kath.net katholische Nachrichten

Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp


Kirche im Verfall

vor 35 Stunden in Kommentar, 12 Lesermeinungen
Artikel versenden | Tippfehler melden


Anmerkungen zum Synodalen Weg – „Kardinal Marx hätte nicht am Ende des Synodalen Weges sagen sollen: Ich will das nicht, sondern am Anfang: So geht das nicht“ – Gastkommentar von Prof. Hubert Windisch


Regensburg (kath.net) Eine kirchliche Reform besinnt sich immer auf den Ursprung der Kirche, sucht ihrer Herkunft gerecht zu werden, möchte Missstände in ihrer Lehre und Praxis abbauen und so das Christsein in der jeweiligen Zeit zu authentischem und glaubwürdigem Leben erwecken. In diesem Sinn ist der sogenannte Synodale Weg keine Reform, sondern im Gegenteil die rätemäßige Destruktion der katholischen Kirche, ja ein ekklesial-suizidaler Irrweg. Denn man hatte die sexuellen Missbrauchsfälle vor allem unter Klerikern eigentlich nur zum Anlass genommen, um bei den diversen Sitzungen mit ansteigender Verbissenheit die Axt an das Grundverständnis der katholischen Kirche zu legen: an die biblische Anthropologie, das sakramentale Priestertum und damit die heilige Eucharistie. Der sündhafte sexuelle Missbrauch von Klerikern wurde und wird für eine links-grün-woke Agenda missbraucht, die aus der Kirche eine gesellschaftlich und politisch genehme NGO mit religiösem Anstrich machen soll. Kirchliche Wahrheiten werden dabei in ständigen Prozessen immer neu (in Gremien) verhandelbar und dementsprechend unverbindlich. Im Pontifikat von Franziskus erlangte diese Methode, kirchlichen Wahrheiten ihre Kraft zu nehmen, beinahe lehramtliche Dignität. Und sie hat sich im Synodalen Weg strategisch verfestigt. Wegbereiter dazu ist u. a. auch seit Jahrzehnten eine oftmals intellektuell und spirituell unterbelichtete Theologie. 


Nun werden die Bischöfe die Geister, die sie willfährig riefen, nicht mehr los. Kardinal Marx, der bei der letzten Versammlung des Synodalen Weges in Bezug auf kontrollierende und bestimmende Synodale Räte in den Diözesen trotzig rief: Ich will das nicht, könnte einem fast schon leid tun. Sein Wille wird „synodal-wegisch“ nicht mehr gefragt sein. Stab und Mütze wird man um der Optik willen den Bischöfen zwar noch lassen, vielleicht auch den Dienstwagen, auf sie hören wird man nicht mehr. Der Kardinal hätte nicht am Ende des Synodalen Weges sagen sollen: Ich will das nicht, sondern am Anfang: So geht das nicht. Nun frisst die Revolution ihre Kinder oder besser gesagt: ihre Väter.

Rom könnte dem zerstörerischen Treiben sich elitär gebärdender Kirchenfunktionäre Einhalt gebieten, wenn es wollte. Hoffnung besteht, Zweifel sind angebracht. Es muss allen, die Kirche Jesu Christi sein wollen, klar sein: Der Synodale Weg ist eine epochale Herausforderung für die Kirche, wie sie sich verstehen und wie sie dementsprechend agieren soll: entweder als der sakramentale Leib Christi in einer erlösungsbedürftigen Welt oder als säkularisierter Weltleib mit kulturchristlichem Anstrich. Verkündigen wir den Herrn, ob gelegen oder ungelegen (vgl. 2 Tim 4,1-5) oder praktizieren wir La Predica dell’Anticristo (vgl. das Fresko von Luca Signorelli in der Kapelle San Brizio im Dom zu Orvieto)? Wir müssen uns grundsätzlich entscheiden. Unser Ja sei ein Ja, unser Nein ein Nein (vgl. Mt 5,37).

Herr, warum säumst du und lässt die Kleinen allein, die sich redlich um Alltagstreue in deiner Nachfolge mühen? Warum dürfen die Eber aus dem Wald deinen Weinberg nach Belieben umwühlen (Ps 80)? Woher kommt uns Hilfe (Ps 121)? Richte uns wieder auf, lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen (Ps 80). Erheb dich, Herr, damit in deiner Kirche nicht der Mensch des Synodalen Weges triumphiert (Ps 9), sondern du der Weg, die Wahrheit und das Leben bleibst (Joh 14,6).

Hubert Windisch (Link) ist Priester und emeritierter Professor für Pastoraltheologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.
Foto (c) privat

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

Tweet 




Lesermeinungen

golden vor 13 Stunden: Lasst uns beherzt beten

um mehr:
fromme Paraxis aller Gläubigen,
gottesorientierte Priester
und kirchlich loyale Bischöfe.

modernchrist vor 13 Stunden: Auch ein Diktum des ehemaligen DBK-Vorsitzenden Marx:

"Der Katechismus ist nicht in Stein gemeißelt." Das stimmt zwar, denn in Stein gemeißelt wurden damals die 10 Gebote! Tausende von Jahren galten sie, nicht von ungefähr in Stein gemeißelt vom Berg herabgebracht.
Aber sogar für die 10 Gebote gilt neuerdings, dass auch sie für manche sog. Christen nicht mehr in Stein gemeißelt sind: Denken wir an das glasklare und brutale Töten von ungeborenen Kindern! So standen BDKJ-Funktionäre in München am Straßenrand und demonstrierten mit kirchlichem Logo für prochoice. Marx: Der Katechismus muss an manchen Stellen umgeschrieben werden! Wird er dann auch umgeschrieben, wenn in einigen Jahren Leute mit Chip im Hirn einen Sex-Roboter heiraten wollen? Und man auf diese Weise eine neue - vor allem von Kindernachwuchs freie - Spielart der menschlichen Sexualität "wertschätzen" will?

bücherwurm vor 18 Stunden: @chorbisch: danke!

@aldura: Sie wollen sich jetzt aber nicht auf chorbisch einschießen, oder? Sie sind sehr neu hier, richtig? Nun, chorbisch zählt zu den altbewährten Usern hier. Und zur Hintergrundinfo: höfliches, rücksichtsvolles, freundliches Gesprächverhalten empfinden wir in der Moderation nicht als Beleidigung, ganz im Gegenteil.

@chorbisch: ich halte es umgekehrt in Diskussionen mit mehrheitlich evangelischen Glaubensgeschwistern ähnlich :)

Versusdeum vor 25 Stunden: @chorbisch

Nein, die Homo-Lobby ist nicht der zentrale Antreiber des "Syn(d)odalen Wegs". Aber Ihnen kann nicht entgangen sein, welche Macht die Homolobby (jetzt "LGBT[Q[und bald wohl auch wieder P]]..." genannt) in Kirche und Gesellschaft hat? Selbst vor öffentlichen Gebäuden und an Kirchen wehen ihre Siegesflaggen, teilweise haben sie sogar bereits die Deutschlandflagge verdrängt! Und praktisch niemand wagt es, ihnen entgegenzutreten, weil er weiß, dass er einen vernichtenden Shitstorm erleben wird. Selbst T-Shirts mit Scherenschnitten von Vater und Mutter mit Kindern gelten schon fast als Nasiewissenschon.
Aber noch skandalöser ist es, dass progessistische Kirchenkreise den Homo-Missbrauchsskandal als Brechstange dafür missbrauchen, die Morallehre der Kirche zu zerstören, ja sogar, aus der Kirche eine "andere Kirche" zu machen.

aludra vor 28 Stunden: @ chorbisch

Alle Achtung! Sie rechtfertigen sich hervorragend, aber - nach meinem „Geschmack“ - etwas zu elegant und langweilig, und daran verlaufen alle Foren eher oder später im Sande. Oder, um es filmreif auszudrücken: werden vom Winde verweht. ;-)

Mensch#17 vor 28 Stunden: Die "gerufenen" Geister - und was man damit macht!

Der Kommentator hat geschrieben: „Nun werden die Bischöfe die Geister, die sie willfährig riefen, nicht mehr los.“
Naja – eigentlich hat die Kirche da ein Mittel zur Verfügung: Es ist der Exorzismus! Leider ist er in Deutschland seit Klingenberg (Annelise Michel) nicht mehr en vogue. Aber vielleicht braucht es nicht unbedingt dieses Instrumentarium. Man sollte es als Erstes damit versuchen den Sumpf trocken zu legen, d.h. finanziell auszutrocknen. Denn wenn für irgendwelche neuen „synodalen Gremien“ kein Geld mehr fliest/fliesen darf, und sämtliche Kosten von den „Teilnehmern“ selbst getragen werden müssten, dann wäre es vermutlich schnell vorbei.
…. Und irgendwann wird vermutlich dann doch auch noch ein Exorzismus notwendig werden, … ich habe da mal von einer mexikanischen Diözese gehört, die da sehr erfahren ist; da könnte man dann um Rat nachfragen.

chorbisch vor 28 Stunden: @ aludra

Offenbar haben Sie andere Vorstellungen darüber, was jemand, der Gast ist und/oder sich so fühlt tun sollte, oder nicht. Falls Sie sich überall und ungefragt den Leuten mit Ihren Vorstellungen von "Wahrheit" aufdrängen wollen, tun Sie das. Mein Stil ist das nicht.

Ich bin schon länger hier und von anderen Mitgliedern wurde immer wieder geschrieben, dass sie diese Seite und die Foren als Möglichkeit verstehen, sich auszutauschen, Fragen zu stellen und sich gegenseitig im Glauben zu stärken.

In so einer Umgebung zu "missionieren", oder immer wieder den Protestanten heraushängen zu lassen, empfinde ich schlicht als unpassend, da bedarf es gar keiner sorgenvollen Blicke in Richtung Administration.

Und vielleicht bin ich auch ein Suchender, der bei bestimmten Themen lieber zuhört und liest, anstatt mit tatsächlichen oder nur "gefühlten" Wahrheiten zu provozieren.

aludra vor 30 Stunden: @ chorbisch:

„Mein Grundsatz war und ist, hier als "Gast" nicht gegen die katholische Lehre zu schreiben, weil sich das nicht gehört.“

Wieso nicht?
Falls Sie recht hätten, dann hätten Sie recht und die Katholiken hier wären dann gefordert Ihre Argumentation zu widerlegen/entkräften, falls sich diese widerlegen/entkräften ließe.

Haben Sie Angst hier gesperrt zu werden?
Mit solchem Mangel an Vertrauen beleidigen Sie die Moderation und Ihre Gesprächspartner.

chorbisch vor 31 Stunden: @ Versusdeum

Glauben Sie ernsthaft, die "Homo-Lobby" sei der zentrale Anreger und Antreiber des Synodalen Wegs?

Die mögen in Sachen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ihre Interessen verfolgen, aber ansonsten haben sie sich da etwas verrannt.

Nebenbei: Sie schrieben kürzlich, es wäre zwischen uns zu weniger Missverständnissen gekommen, wenn Sie gewusst hätten, dass ich Protestant bin. Das verstehe ich nicht.

Wenn ich anderer Meinung war und bin, hat das nichts mit meiner Konfession zu tun, sondern, dass ich Ihren Schlussfolgerungen über Zusammenhänge und Hintergründe oft nicht folgen kann. Ebenso haben unsere unterschiedlichen Ansichten zu politischen Themen nichts mit unseren Konfessionen zu tun.

Mein Grundsatz war und ist, hier als "Gast" nicht gegen die katholische Lehre zu schreiben, weil sich das nicht gehört. Auch meine gelegentliche Kritik an der FSSPX richtet sich mehr nach dem Verhalten, nicht nach ihren theologischen Ansichten.

modernchrist vor 31 Stunden: Ein Grundirrtum von Kardinal Marx war,

dass er sich vom neomarxistischen Begriff "Transformation" blenden ließ. Auf halber Strecke des Synodalzirkus lamentierte er in einem Hirtenbrief wortreich, dass die "Transformation der Kirche doch länger dauere" als gedacht, dass es nicht so zügig ginge, wie man sich das vorgestellt habe. Er hatte wohl im Hinterkopf den abgelehnten Synodaltext über die neue Sicht auf die Sexualität. In diesem Text war nichts so überaus neu; denn es waren die alten Ideen aus den 70er und 80er Jahren, wo man ja sogar Sex mit Kindern entkriminalisieren wollte und jede Spielart von Sexualität offen mit sich herumtrug. Die Kirche aber ist n i c h t eine von uns transformanda! Sie ist eine reformanda, wenn sich Problematisches oder Falsches eingeschlichen haben sollte. Die natürliche Ordnung in der Sexualität aber ist die Zuordnung von weiblichen Organen zu männlichen Organen, die einen evolutionsbiologischen Sinn hat: Sie ermöglicht Zukunft! Und das verteidigt der KKK in seiner Anthropologie.

Versusdeum vor 32 Stunden: Die Homo-Lobby scheint den lokalen Zweig der Kirche unterworfen zu haben -

und das unter Berufung auf die weltweit zu über 80% homosexuellen Missbrauchstaten. So einen Wahnsinn etwas kann man sich nicht ausdenken.

Hope F. vor 34 Stunden: Auf den Punkt gebracht

Danke für diesen Gastkommentar. Demzufolge spaltet der Synodale Weg in Deutschland die Gläubigen. Wie heißt es in der Bibel? Die übrig bleiben, passen unter einen Feigenbaum. Hier braucht es Gottes Gnade um den richtigen Weg, der zum Heil und zu Gott hinführt, zu wählen.

Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.


© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz