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Die Gestalt der sichtbaren Stadt auf dem Berg und das unsichtbare Maß des Lebens im Licht Christi

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Leo XIV.: Die Seligpreisungen als Maßstab von Person und Gemeinschaft. Evangelium, Lebensform und Ordnung der Welt. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) In seiner Katechese beim Gebet des Angelus am fünften Sonntag im Jahreskreis lenkte Papst Leo XIV. den Blick auf die Seligpreisungen und auf diejenigen, die sie nach ihrer Verkündigung leben. Jesus sage, dass die Erde dank ihnen nicht mehr dieselbe sei und dass die Welt sich nicht mehr in Dunkelheit befinde: „Ihr seid das Salz der Erde. […] Ihr seid das Licht der Welt“ (Mt 5,13–14).

Tatsächlich „ist es die wahre Freude, die dem Leben Geschmack verleiht und das ans Licht bringt, was zuvor verborgen war“. Diese Freude komme von einem Lebensstil, von einer Weise, die Erde zu bewohnen und miteinander zu leben, die man wollen und für die man sich entscheiden müsse: Sie komme von dem Leben, das in Jesus aufstrahle, von dem frischen Geschmack seiner Gesten und seiner Worte. Nachdem man ihm begegnet sei, erscheine alles fade und trüb, was sich von seiner Armut vor Gott, seiner Sanftmut und Einfachheit des Herzens, seinem Hunger und Durst nach Gerechtigkeit entferne, die Barmherzigkeit und Frieden als Dynamiken der Verwandlung und Versöhnung in Gang setzten.


Der Prophet Jesaja zähle konkrete Handlungen auf, die die Ungerechtigkeit überwänden: das Brot mit den Hungrigen zu teilen, obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen, die Nackten zu bekleiden, ohne die Nachbarn und die Menschen im eigenen Haus zu vernachlässigen (vgl. Jes 58,7): „Dann wird dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot und deine Heilung wird schnell gedeihen“ (Jes 58,8). Auf der einen Seite stehe das Licht, das man nicht verbergen könne, weil es so groß sei wie die Sonne, die jeden Morgen die Dunkelheit vertreibe. Auf der anderen Seite stehe eine Wunde, die zuvor brannte und nun heile.

Es sei schmerzhaft, so der Papst, den Geschmack zu verlieren und auf die Freude zu verzichten. Und doch sei es möglich, diese Wunde im Herzen zu haben. Jesus scheine seine Zuhörer zu warnen, damit sie nicht auf diese Freude verzichteten: „Das Salz, das seinen Geschmack verloren hat, taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden“ (Mt 5,13). Wie viele Menschen fühlten sich „zum Wegwerfen“, gescheitert, als sei ihr Licht verdeckt worden. Jesus verkünde jedoch einen Gott, der uns niemals verwerfe, einen Vater, der unseren Namen, unsere Einzigartigkeit bewahre. Jede Wunde, auch wenn sie tief sei, werde heilen, wenn wir das Wort der Seligpreisungen annähmen und uns wieder auf den Weg des Evangeliums begäben.

„Es sind nämlich konkrete Gesten der Offenheit“, so Leo XIV., „gegenüber anderen und der Aufmerksamkeit, die die Freude neu entfachen“. In ihrer Einfachheit führten sie gegen den Strom. Jesus selbst sei in der Wüste versucht worden, andere Wege einzuschlagen: seine Identität zur Geltung zu bringen, sie zur Schau zu stellen, die Welt zu seinen Füßen zu haben. Er lehnte diese Wege ab, auf denen er seinen wahren Geschmack verloren hätte, denjenigen, den wir jeden Sonntag im gebrochenen Brot fänden: „das geschenkte Leben, die Liebe, die keinen Lärm macht“.

„Brüder und Schwestern, lassen wir uns von der Gemeinschaft mit Jesus nähren und erleuchten“: Ohne jede Zurschaustellung würden die Menschen dann wie eine Stadt auf einem Berg sein, die nicht nur sichtbar, sondern auch einladend und gastfreundlich sei: „die Stadt Gottes, in der letztlich alle wohnen und Frieden finden möchten“. Abschließend blickte der Papst auf Maria, „die Pforte des Himmels“: Sie möge uns dabei helfen, Jünger ihres Sohnes zu werden und zu bleiben.

Foto (c) Vatican Media

 


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