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vor 11 Stunden in Spirituelles, 4 Lesermeinungen
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Alessandro Zaccuri/„Avvenire“: „Warum bin ich noch in der Kirche, ich, der ich diesen Artikel schreibe?“ – Ratzingers „damalige Antwort ist wichtig, doch noch wichtiger … bleibt die Frage, die sich jeder Gläubige irgendwann im Leben stellt“
Mailand (kath.net/pl) „„Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger, der 2005 Papst Benedikt XVI. werden sollte, bereits 1970 nach dem kurz zuvor abgehaltenen Konzil. Seine damalige Antwort ist wichtig, doch noch wichtiger – ja, beispielhaft und entscheidend – bleibt die Frage, die sich jeder Gläubige irgendwann im Leben stellt. Wenn dies nicht geschieht, wenn die Gewohnheit die Rastlosigkeit überwindet, liegt es daran, dass das Phänomen des stillen Aufgebens existiert und sich in der Kirche etabliert hat: Man verlässt seinen Posten nicht, man tritt nicht zurück, man beschränkt sich einfach auf das Nötigste.“ Darauf macht der bekannte katholische Journalist und Buchautor Alessandro Zaccuri in der in Mailand/Italien herausgegebenen katholischen Zeitung „Avvenire“ aufmerksam.
„Die Antwort“ dazu müsse „in der Stille gefunden werden“, führt Zaccuri aus, und sie sei „immer eine private Angelegenheit. Die privatste, die geheimste aller Fragen. Warum bin ich, der ich diesen Artikel schreibe, noch in der Kirche? Weil ich die Gnade hatte zu sehen, was das Evangelium im Leben eines Menschen bewirken kann. Ich denke an die Gesichter, Stimmen und Namen derer, die sich Christus anvertrauten und nichts im Gegenzug verlangten. Keine Ehren, keine Positionen, keine Anerkennung. Sie ließen das Wort in sich Wurzeln schlagen, und alles Weitere geschah ganz natürlich, wie ein keimender Same. Es sind sanftmütige Menschen, die die Erde bereits geerbt haben, auch wenn andere es nicht bemerkt haben und weiterhin nach einer Macht streben, die niemandem gehören kann. Meine Antwort sind Menschen wie diese, deren Existenz aus einem Verborgenen gewoben ist, das die Welt für besiegt hält, das aber in Wirklichkeit ein unvergängliches und subtiles Licht ist, das im Verborgenen, in Stille, erforscht werden will.“
Er räumt ein, dass es von diesen Menschen gar nicht mal so viele gebe, „aber die meisten sind Priester, und fast alle gehören dem ambrosianischen Ritus an“, schildert Zaccuri und spielt damit auf die kirchliche Situation in Mailand an, wo dieser Ritus seit vielen Jahrhunderten fest beheimatet ist. Natürlich gebe es nicht „irgendwo eine besonders hohe Konzentration an Heiligkeit“. Er könnte für ganz Italien eine Liste aufstellen, „aber ich bin sicher, die Genannten würden es als Ungerechtigkeit empfinden. Sie wissen nicht einmal, dass ich, da ich trotz allem noch in der Kirche bin, es ihrem unfreiwilligen Zeugnis zu verdanken haben. Trotz allem, sagte ich, und in diesem „Alles“ steckt wirklich alles: die international beachteten Skandale und der arme, verschlafene Priester, dessen Hemd noch vom Sonntagsessen befleckt war, der an einem Spätsommernachmittag kam, um meinem Vater die Krankensalbung zu spenden und kein Wort herausbrachte, weder zu ihm, der im Sterben lag, noch zu mir, der seinen Vater zu verlieren drohte.“
Die Antwort auf die Frage, warum man noch in der Kirche ist, werde „natürlich persönlich. Doch in Glaubensfragen kommt man nicht weiter, wenn man nicht persönlich wird. Schließlich gibt es Menschen, die die Kirche wegen viel weniger als eines Flecks auf einem T-Shirt verlassen haben. Das Persönliche ist jedoch nicht willkürlich, nicht jener Egozentrismus, von dem Ratzinger uns vor über einem halben Jahrhundert selbst zu befreien mahnte. ‚Wenn wir heute in nichts mehr Erfolg haben‘, sagte er in seiner Rede von 1970, ‚dann nur, weil wir allzu sehr damit beschäftigt sind, uns selbst zu bestätigen‘- Genau das bewirkt das Evangelium im Leben eines Menschen: Es befreit ihn von der Selbstbesessenheit und führt ihn zu sich selbst zurück. Es spielt keine Rolle, wie viele oder wenige Zeugen ich getroffen habe. Einer würde genügen. Und mindestens einer ist da, war da und wird immer da sein. ‚Rabbi, wo wohnst du?‘, fragen ihn die Jünger. Diesmal ist es der Meister, der antwortet: ‚Kommt und seht.‘ Geht nicht weg. Nur so lernt ihr, hinzusehen.“
Perché sono ancora nella Chiesa?, si chiedeva nel 1970, a Concilio da poco concluso, il teologo Joseph Ratzinger, che nel 2005 sarebbe diventato Papa con il nome di Benedetto XVI. La sua risposta di allora è importante, ma più importante ancora – anzi, esemplare e decisiva –… pic.twitter.com/KCehop47ay
— ???????? (@Avvenire_Nei) February 10, 2026
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UlmerSpatz vor 9 Stunden: Unterschied
Ich bin katholisch und werde es bleiben bis an mein Lebensende. Aus dem deutschen Kirchensteuersystem bin ich allerdings ausgetreten. Den Synodalen Weg wollte ich nicht mitfinanzieren.
aludra vor 14 Stunden:
Drehen wir den Spieß mal um und stellen die Frage anders:
Warum bin ich immer noch nicht in der Kirche (und da es nur eine Kirche Christi geben kann, wissen wir welche gemeint ist)?
Viele kritisieren die Kirche, als ob sie es besser wüssten, wie die Kirche sein sollte (mit Frauenpriestertum, mit Wiederheirat, mit Homoehe, mit Kommunion für alle…) – würden sie dann in eine solche Kirche eintreten? Bestimmt nicht, weil dann die Kirche nicht die Kirche Christi sein könnte, was sie vorher nicht wissen können, denn die Augen gehen bekanntlich erst dann auf, nachdem man etwas verbockt hat.
Gläubige Katholiken sind nicht deshalb katholisch, weil sie es wissen, sondern weil sie glauben – und genau dieser Glaube fehlt den Außenstehenden.
Stefan Fleischer vor 15 Stunden: Und nicht zu vergessene:
"Fest soll mein Taufbund immer stehen,
ich will die Kirche hören!
Sie soll mich allzeit gläubig sehen
und folgsam ihren Lehren!
Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad
in seine Kirch berufen hat,
nie will ich von ihr weichen!"
So etwas gibt man nicht leichtfertig auf!
persona vor 15 Stunden: Was denn sonst, Herr, du hast Worte des ewigen Lebens
Wohin tritt man denn, wenn man aus der Kirche austritt? Man tritt ins Leere und in den freien Fall. Wie blöd ist es eigentlich auszutreten? Wenn ich mich über die Kirche ärgere, dann gehe ich hin und fordere ein, wofür Kirche für mich steht. Dann merke ich auch: ich muss mir vorher erstmal selbst Gedanken machen. Das fängt damit an aufzuarbeiten, was andere mir schon in meiner Kinderzeit über Kirche beigebracht haben. Ich muss meinen unmündigen Kinderglauben ablegen und in Eigenverantwortung meinen Erwachsenenglauben gründen und aufbauen. Und auszutreten ist sowas von naiv und unreif...!
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