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Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen

vor 36 Stunden in Chronik, 6 Lesermeinungen
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Römischer Priester: Verantwortung Einzelner in Machtpositionen spielt ebenso eine Rolle.


Rom (kath.net/ KAP) 
Der Exorzismus-Experte Luis Ramírez Almanza hat davor gewarnt, dem Bösen die Verantwortung für die aktuelle Weltlage zuzuschreiben. "Wir sollten nicht überall 'Das Böse' sehen", sagte der Priester am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Rom. "Es ist zwar wahr, dass es das außergewöhnliche Wirken des Bösen gibt, aber es gibt auch die Verantwortung jedes Einzelnen." Hinter vielen Entscheidungen stehe die Verantwortung vieler Menschen, die sich in Machtpositionen etwa in der Politik oder dem Militär befinden.
Ramírez Almanza leitet das Sacerdos-Institut der Päpstlichen Universität Regina Apostolorum. Es bietet seit 20 Jahren einen Kurs über Exorzismus an. Der Lehrgang befasst sich wissenschaftlich mit verschiedenen Dimensionen des Exorzismusdienstes und des Befreiungsgebets - beispielsweise theologisch, sozial, medizinisch und rechtlich. Die Teilnahme ist offen für Geistliche - insbesondere Exorzisten - wie auch für Laien. Ausdrücklich verleiht der Kurs keine Befugnis zur Ausübung des Exorzismusamtes. Dies kann nur ein Bischof tun.


Unter Exorzismus wird die rituelle Vertreibung böser Mächte und Geister aus Personen, anderen Lebewesen oder Gegenständen verstanden. Solche Praktiken gibt es in vielen Kulturen und sie sollen der ganzheitlichen Reinigung und Heilung dienen. Die katholische Kirche versteht darunter eine Bitte an Gott, den Menschen von der Macht des Bösen zu befreien.
Seit 1994 existiert auch eine internationale Vereinigung von Exorzisten, die 2014 vom Vatikan offiziell anerkannt wurde. Eigenen Angaben zufolge zählt der Verband rund 900 aktive Exorzisten und 130 Hilfsexorzisten. Gründer der Associazione Internazionale Esorcisti (AIE) war der 2016 verstorbene Priester Gabriele Amorth. Dessen Leben lieferte die Vorlage für den Horrorfilm "Der Exorzist des Papstes" (2023).

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Lesermeinungen

Gesualdo vor 6 Stunden: Man sollte den Teufel nicht "überstrapazieren"...

-Zitat-
…"Zu einem verselbständigten Teufelsglauben oder
einer Dämonen-Furcht besteht kein Anlass. Der Teufel ist auch nie ein Grund zur Entschuldigung für eine sich verfehlende menschliche Freiheit, weil er nicht in die
personale und ethische Selbständigkeit des Menschen eindringen kann. Der Mensch muss sich vielmehr vor sich selbst hüten, dass er die ihm durch Christus geschenkte
Freiheit und damit die Herrschaft über sich selbst im Heiligen Geist nicht verliert
(vgl. Gal 5,13–26).!
…"
-Zitatende_
Das sagt Gerhard Ludwig Müller in seiner aus meiner Sicht unübertroffenen "Katholischen Dogmatik" (10. Auflage 2016 S. 122.)
Dem Thema "Teufel, Dämonen und ihre Verstrickung
in die Unheilsgeschichte" sind dort übrigens ganze 23 (!) Textzeilen gewidmet (von 892 Seiten!).

Mariat vor 27 Stunden: @Uwe Lay

" Ist ein Exorzismus wirklich nur ein Gebet an Gott, eine Bitte an ihn, den Besessenen zu befreien?"

Nein! Ein zum Exorzismus beauftragter, stellt erst einmal fest, ob dieser Mensch u. U. psychisch erkrankt ist oder an einer körperlichen Krankheit leidet.
Der Exorzist, ein Priester, sollte fest im Glauben verankert sein. Denn jegliche Verunsicherung von anderer Seite, würde die Kraft schmälern, mit der er dem bösen Geist befiehlt : im Namen Jesus Christus diesen Menschen zu verlassen.

Das was wir Laien tun dürfen ist beten, beten, beten - für all jene denen es nicht gut geht.

gebsy vor 32 Stunden: Das Vergeben dient dem Selbstschutz;

diese Erkenntnis bleibt immer wieder auf der Strecke.
Für mich ist es immer wieder ein großes Geschenk, wenn ich empfundenes Unrecht mit MITLEID quittieren kann. Das erlebe ich als Geschenk der für uns am Kreuz vollbrachten Erlösung ...

SarahK vor 34 Stunden: Aber ja

sehe ich genauso. Es fängt doch schon da an wo jemand nicht versucht in Ruhe sich zu erklären oder die Erklärung anhört sondern rechtliche Schritte erwägt. Der Hass steckt derzeit in vielen Menschen, keine Ahnung warum. Ich musste letztens eine Selbstevaluierung für ein Manager Programm machen und eine Frage war ob ich einen Menschen hasse. Ich hasse in der Tat niemanden und habe stand gerade allen Menschen alles verziehen. Aber es gibt Menschen die können das nicht und das selbst in der katholischen Kirche, das war für mich lange befremdlich und das begreife ich erst jetzt langsam. Aber wenn es da so ist und die Menschen so extrem verlogen sind, weil sie ja kommunizieren gehen, wie sind dann wohl erst die, die richtige Macht haben? Und gerade im Blick auf Iran/Israel/die Staaten, möchte ich gar nicht wissen wer da sein persönliches Wohl/Geld/Macht vorne anstellt, (eben wie in der Kirche) sonst werde ich noch zum Conspiracy Theorists :-(

persona vor 36 Stunden: In welchem Geist wir handeln

...ist entscheidend dafür, wie die Welt aussieht. Ich nenne den Geist mal unsere "Denke". Welche Denke habe ich? Meine eigene Art zu denken? Die Art wie Jesus zu denken? Rein wirtschaftliches Denken? Reines Umweltdenken? Reiner Feminismus? Oder...oder ..oder.
Uns fehlt die Art wie Jesus zu denken. Wer kann die Brücke vom Evangelium zum alltäglichen Leben?

Uwe Lay vor 36 Stunden: Fragen dazu

Zwei Anfragen dazu: Hat den je die Kirche behauptet, daß es eine Verführung durch den Teufel gäbe,ohne daß der so Verführte ihr zugestimmt habe? Der Satan ist dann aber die Erstursache der Sünde. Zweitens: Ist ein Exorzismus wirklich nur ein Gebet an Gott, eine Bitte an ihn, den Besessenen zu befreien? Der Segen und die Lossprechung im Beichtstuhl sind ja auch nicht nur Bitten an Gott!
Wenn es nur ein Gebet wäre,könnte das dann nicht jeder Christ beten, wären Exorzisten überflüssig.
Uwe Lay Pro Theol Blogspot

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