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"Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"

vor 2 Tagen in Schweiz, 15 Lesermeinungen
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Die Anzahl der Priesterseminaristen ist im Schweizer Bistum Chur drastisch zurückgegangen - Unter Huonder gab es noch 25 Seminaristen, jetzt nur mehr 4-7 - Kandidaten haben das Bistum sogar verlassen


Chur (kath.net/rn)
Wie viele Seminaristen gibt es noch im Bistum Chur? Fragt man dazu die KI „Gemini“, bekommt man folgende Antwort: „Die Anzahl der Seminaristen im Bistum Chur hat in den letzten Jahren einen deutlichen Tiefstand erreicht. Die Zahl der klassischen Seminaristen für Chur liegt im niedrigen einstelligen Bereich (etwa zwei bis fünf Kandidaten).“ Doch wie viele sind es jetzt wirklich? Dazu gibt es entsprechende Gerüchte. kath.net hat jetzt beim Bistum nachgefragt.

„Gegenwärtig gibt es im Bistum Chur vier Priesteramtskandidaten. Zudem studieren im Seminar St. Luzi in Chur drei Seminaristen aus dem Bistum St. Gallen“, teilt Bischof Bonnemain über seine Sprecherin gegenüber kath.net mit. Auf die Frage, warum die Seminaristenzahlen in den letzten Jahren so stark zurückgingen, erklärte der Bischof: „Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden, wie auch in den meisten Bistümern Europas. Deswegen müssen wir intensiv um Berufungen beten. Zugleich sollen die Kriterien für die Aufnahme ins Seminar streng bleiben. Wir dürfen nicht der Versuchung unterliegen, bei der Aufnahme lockerer zu werden, nur weil die Zahl der möglichen Kandidaten klein ist – im Gegenteil!“


Laut Insidern aus dem Bistum Chur sind mindestens ein halbes Dutzend junger Männer, die Priester werden wollten, wegen Bonnemain weggegangen oder haben sich andere Gemeinschaften wie die Petrusbruderschaft gesucht. Auf die Frage, warum dies so sei, erklärte Bischof Bonnemain gegenüber kath.net: „Ob gegenwärtig im Seminar der Petrusbruderschaft oder ähnlicher Gemeinschaften ehemalige Seminaristen des Bistums Chur studieren, weiß ich nicht. Wenn es so wäre, könnte ich mir vorstellen, dass dies aufgrund einer Vorliebe für die Liturgie, wie sie vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil gefeiert wurde, geschieht. Ich möchte aber in unserem Bistum Seminaristen und Priester haben, die treu, andächtig und mit persönlicher Beschaulichkeit das Geheimnis der Eucharistie gemäß der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil approbierten Liturgie feiern.“

Kurz vor dem Ende der Amtszeit von Bischof Huonder im Jahr 2019 hatte es im Bistum Chur übrigens noch 25 Seminaristen gegeben.


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Lesermeinungen

ThomasR vor 29 Stunden: @Parcival

es ist aber wenigstens eine Chance -lieber afrikanische Priester als keine.

Leider hat man in Brixen scheinbar übersehen z.B. aus Rom einige afrikanische Ausbilder für afrikanische Seminaristen auch nach Brixen einzuladen.

Es gibt inzwischen mehrere Semianristen aus Südtirol in den Priesterseminaren der Tradition.

Ein Teil von ihnen hätte ohne Zweifel zu Hause bleiben können, leider die Türe des Priesterseminars in Brixen, ähnlich München scheinen vor Allem für altrituelle Bewerber geschlossen zu sein (in München soll angeblich selbst Marienfrömmigkeit ein unüberwidbares Hindernis bei der Aufnahme der Priesterausbildung sein),

bzw niemand sich bemüht um altrituelle Bewerber anzusprechen, dann ist es tatsächlich gerecht, dass diese Häuser leer bleiben.

Ich habe inzwischen volles Verständis für diese bayerische Bischöfe, die nicht bereit sind an der Idee der Errichtung einer zentralen Ausbildungsstätte für Priester für alle bayerische Bistümer ausgerechnet in München mitzuwirken.

ThomasR vor 30 Stunden: @Versusdeum

wenn es keine Priester innerhalb der Kirche gibt dann gibt es gültige Sakramente jedoch ausserhalb der Kirche z.B. bei der Piusbruderschaft

Fehlende Öffnung der diözesanen Priesterausbildung für altrituelle bzw birituelle Bewerber bedeutet in Deutschland auf jeden Fall Ende der Priesterausbildung überhaupt, so wenigstens meine private Meinung

Feier der alten Messe ist eine extrem wichtige Quelle der liturgischen Disziplin auch für die neue Messe und ausgerechnet dies scheint bei der neuen Messe am Meisten zu fehlen: liturgische Disziplin, die man den Semianristen während Priesterausbildung anzueignen hat.

Das Schreiben Redemptionis sacramentum ist inzwischen über 20 Jahre alt und ich habe nicht einmal im Münchner Dom eine Heilige Messe erleben können, bei der man sich an die Regelungen von Redemptionis sacramentum Nr. 93 zur Kommunionaustelung gehalten hat. Damit ist Ende der Priesterausbildung in München für mich wie vorprogrammiert.

www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/verlautbarungen/VE_164.pdf

Parcival vor 31 Stunden: Priesterseminar Brixen

@ThomasR Zum Projekt in Brixen muss man deutlich sagen: Es werden laufend Seminaristen aus Afrika und Indien nach Brixen geholt – und ebenso laufend springen sie wieder ab. Das hat inzwischen etwas von einer Reise nach Jerusalem. Dieses Modell hat sich so nicht bewährt.
Ein wesentlicher Grund liegt auch darin, dass sie an der Brixner Hochschule nicht das hören, was sie als katholische Lehre erwarten dürfen. Wenn zentrale Glaubensinhalte relativiert oder ins Lächerliche gezogen werden, darf man sich über Abbrüche nicht wundern.
Es ist zudem bedauerlich, dass Bischöfe aus anderen Ländern Brixen ihre Berufungen anvertrauen – und dann passiert genau das. Wer Einblick in die Situation hat, kann hier nicht einfach darüber hinweggehen und so tun, als würde das gut funktionieren.

Versusdeum vor 36 Stunden: Und wenn es am Ende keine Priester mehr gibt?

Kein Problem: Bis dahin gibt es auch fast keine Gläubigen mehr, zumindest fast keine, die noch den buchstäblich himmelweiten Unterschied zwischen einer Hl. Messe und einem Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung kennen (Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Christi mit Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi mit Empfang des Leibes des Herrn bzw. letzteres mit Gebeten durch Laien), spielt das für eine Kirche, die sich längst von ihrem Stifter gelöst hat und an die Zwangserlösung glaubt, vermeintlich eh keine Rolle mehr. Mir sagte selbst jemand, das wichtigste sei doch die Kommunion, in welchem Rahmen sie stattfinde, sei doch zweitrangig. Und wie viele "Katholiken" glauben überhaupt noch, dass sie in der Eucharistie Gott selbst empfangen?

Jothekieker vor 36 Stunden: @Versudeum

Solche Vorfälle haben natürlich Auswirkungen auf die Entscheidung, in ein Priesterseminar einzutreten. Schließlich muß ein Priester bei seiner Weihe seinem Bischof Ehrfurcht und Gehorsam geloben.

Bilbo B. vor 2 Tagen: Früchte?

Der Mann aus Nazaret lehrte seine Jüngerschaft: „An den Früchten werdet ihr sie erkennen!“ Eine ehrliche und offene Analyse des drastischen Niedergangs in so kurzer Zeit im beinahe gesamten deutschsprachigen Raum wird wohl erst in der späteren Bistums- und Kirchengeschichte aufgearbeitet werden? Der Priestermangel könnte durchaus auch gewollt aufgegleist worden sein?

D.T. vor 2 Tagen: Konservativ oder einfach Katholisch?

Und was, wenn diese Kandidaten weggegangen sind, weil sie eingesehen haben, dass sie Gefahr liefen, den im Herzen treu bewahrten Glauben zu verlieren? Oder weil sie keine Möglichkeit sahen, nach der Priesterweihe treu den priesterlichen Dienst zu versehen? Keine Chance als katholischer Pfarrer in einer katholischen Pfarrei wirken zu können, ohne schwere Kompromisse eingehen zu müssen? Und wenn sie erst nach den vielen Enttäuschungen, bei z.T. skurril, gefeierten Messen im neuen Ritus, die Vorliebe für den alten entdeckt haben, und nur darin eine, mit ihrem Gewissen vereinbare, Möglichkeit gesehen haben, ihre kostbare Berufung leben und verwirklichen zu können? Früher galt der Bistum Chur noch als Zufluchtsort für traditionelle Katholiken, nun hat es sich leider den anderen reformierten Bistümern der Deutschsprachigen Schweiz traurig angeglichen. Immer hin, dadurch gewinnt man mehr Seelsorger bei den traditionellen Gemeinschaften... Gott nutzt alles zum Guten! Gelobt sei der Herr!

Versusdeum vor 2 Tagen: LGBTQ(P?) statt überlifertem Ritus?

"Wir dürfen nicht der Versuchung unterliegen, bei der Aufnahme lockerer zu werden, nur weil die Zahl der möglichen Kandidaten klein ist – im Gegenteil!“.
Ob Bischof Bonnemain mit der Klientel, deren Ideologie er seine Mitarbeiter zuzustimmen zwang, gut und vom Heiligen Geist beraten ist, ist angesichts des Homo-Missbrauchs Skandals geradezu sträflich fraglich. Und Priester, die den überlieferten Ritus der Kirche zelebrieren, möchte er dagegen erklärtermaßen nicht haben. Ein gutes Händchen würde ich das nicht gerade nennen.

Kostadinov vor 2 Tagen: Das scheint gewollt...

einfach den Artikel von Martin Grichting nochmals lesen vom 14. März über die Zustände im Bistum Chur

kath.net/news/89825

T.L.D vor 2 Tagen: LOL!

"Ich möchte aber in unserem Bistum Seminaristen und Priester haben, die treu, andächtig und mit persönlicher Beschaulichkeit das Geheimnis der Eucharistie gemäß der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil approbierten Liturgie feiern.“

Tja, aber an der eigenen Hochschule werden die Rubriken für die "Hochschulgottesdienste" auch nicht eingehalten, und ausserdem wird dort gelehrt, dass man sich nicht so sehr auf die Messe konzentrieren sollte.

Meistens kommen Seminaristen aus eher traditionellen Gemeinden, weil sie dort noch sehen, was ein Priester ist. Das sollte zum Nachdenken anregen.

ThomasR vor 2 Tagen: 66 Eintritte in 3 Priesterseminaren der Piusbruderschaft 2025

sprechen eher für die Öffnung der diözesanen Priesterausbildung auch für alte Messe bzw. für beide Ordnungen des römischen Ritus.
Jedem Ortsbischof steht es nach § 87 CJC zu die Priesterausbildung in eigenem Bistum auch für die in der alten Ordnung des römischen Ritus beheimatete Bewerber/Kandidaten zu öffnen, sonst kan sein , dass es irgendwann ausser altrituellen Gemeinschaften wie in Irland so gut wie keine Bewerber geben wird.

Mensch#17 vor 2 Tagen: Wen wundert es?

Schuld sind ...
... die Umstände
... die Zeit
...
... die Anderen!

Nein - ich nicht!


Oder so ähnlich!

Wilolf vor 2 Tagen: „Ich möchte aber…“

Das liest man immer öfter, dass ein Bischof sagt „ich möchte…, ich will…“. Anscheinend kommt das bei Journalisten gut an.
Im Vaterunser beten wir aber „DEIN Wille geschehe.

Uwe Lay vor 2 Tagen: Ein Erfolg!

Das ist aus linksliberaler Sicht eine Erfolgsmeldung: "conserative" Priesteramtskandidaten verließen das Priesterseminar und nun ist es fast leer: das beste Argument zur Abschaffung des Zölibates und für die Einführung des Frauenpriestertumes.
Uwe Lay Pro Theol Blogspot

ThomasR vor 2 Tagen: es ist stets Entscheidung des Ortsbischofs

die Priesterausbildung auch für die Bewerber aus Afrika (so ein Projekt läuft momentan in Brixen) , wo die Plätze in den Priesterseminaren fehlen oder auch für die im alten Ritus beheimatete Bewerber zu öffnen.

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