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Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen

vor 2 Stunden in Aktuelles, 16 Lesermeinungen
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Papst: "Ich glaube, heute darüber hinauszugehen, könnte eher zu Uneinigkeit als zu Einheit führen, und dass wir versuchen sollten, unsere Einheit auf Jesus Christus und auf das aufzubauen, was Jesus Christus lehrt."


Rom (kath.net/rn) Auf dem Rückflug von seiner ersten großen Auslandsreise in den globalen Süden hat sich Papst Leo XIV. erstmals zu den geplanten Homo-Segnungen im deutschen Bistum München und Freising geäußert. Auf die Frage der ARD-Journalistin Verena Stefanie Schälter bezüglich der Entscheidung von Kardinal Reinhard Marx, offizielle Segnungsfeiern für homosexuelle Paare zu erlauben, reagierte das Kirchenoberhaupt mit einer klaren Grenzziehung.

Der Papst mahnte eine Neugewichtung der kirchlichen Prioritäten an. Er kritisierte die Tendenz, die Einheit oder Spaltung der Kirche fast ausschließlich an Fragen der Sexualmoral festzumachen. "Wir neigen dazu zu glauben, dass das einzige moralische Thema das sexuelle ist, wenn die Kirche über Moral spricht“, so Leo XIV. Vielmehr müssten „größere und wichtigere Fragen“ wie Gerechtigkeit, Gleichheit, die Freiheit von Männern und Frauen sowie die Religionsfreiheit Vorrang vor dieser spezifischen Debatte haben. Obwohl der Papst das Prinzip seines Vorgängers Franziskus – „todos, todos, todos“ (alle, alle, alle) – bekräftigte, zog er eine deutliche Linie bei der offiziellen Liturgie.


"Der Heilige Stuhl hat bereits mit den deutschen Bischöfen gesprochen. Der Heilige Stuhl hat klargestellt, dass wir mit der formalisierten Segnung von Paaren – in diesem Fall homosexuellen Paaren, wie Sie gefragt haben – oder von Paaren in irregulären Situationen nicht einverstanden sind, über das hinaus, was Papst Franziskus spezifisch erlaubt hat, indem er sagte, dass alle Menschen den Segen empfangen sollen."

Einer formellen Segnung von Paaren in „irregulären Situationen“ oder gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, wie sie Kardinal Marx nun in München als pastorale Grundlage etabliert hat, erteilte der Papst eine Absage.  Der Heilige Stuhl habe den deutschen Bischöfen bereits klargestellt, dass man mit einer über das von Papst Francesco Erlaubte hinausgehenden Formalisierung nicht einverstanden sei. Wörtlich sagte Leo: "Ich glaube, heute darüber hinauszugehen, könnte eher zu Uneinigkeit als zu Einheit führen, und dass wir versuchen sollten, unsere Einheit auf Jesus Christus und auf das aufzubauen, was Jesus Christus lehrt. Das ist meine Antwort auf die Frage."

Foto: (c) Vaticanmedia


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Lesermeinungen

Versusdeum vor 1 Stunden: Kirche Christi vs. Synodale Gegenkirche

@Wilolf Die katholische Kirche wird immer die Kirche Christi bleiben, aber Teile ihres Bodenpersonals und sogar manche ihrer Zweige gingen verloren (z.B. wurde die blühende Kirche in Nordafrika vom Islam überrannt) oder werden möglicherweise verlorengehen (vgl. in Deutschland den Aufstand des ZdK mit seinem freiwillig nur noch zu 1/3 stimmberechtigten Anhängsel DBK).

Smaragdos vor 2 Stunden: Nicht nur das "darüber hinausgehen" ist das Problem, sondern FS selbst!

Lieber Papst Leo, das kommt davon, wenn man ein abscheuliches Dokument wie Fiducia Supplicans nicht sofort zurückzieht, welches heimtückisch erlaubt, Todsünden zu segnen! Denn nicht nur das darüber hinausgehen ist ein Problem, sondern das Anwenden von Fiducia Supplicans selbst!

Sie waren gerade eben in Afrika. Nehmen Sie sich doch bitte ein Beispiel am Glauben der Afrikaner, die noch einen gesunden Menschenverstand haben, und nehmen Sie FS zurück! Bitte!

Wilolf vor 3 Stunden: Zu „Gerechtigkeit, Gleichheit, die Freiheit von Männern und Frauen sowie Religionsfreiheit“

steht nichts in den 10 Geboten. Wenn das durch eine „Neugewichtung der kirchlichen Prioritäten“ wichtiger werden soll als das „Du sollst nicht morden“, „Du sollst nicht lügen“, „Du sollst nicht ehebrechen“…: Ist dann die katholische Kirche noch die Kirche Christi, der unser Weg, unsere Wahrheit und unser Leben ist?

Versusdeum vor 5 Stunden: Deo gratias für diese Stellungnahme

Ich hoffe mit meinen Vorpostern, dass hinter den Kulissen absoluter Klartext gesprochen wurde und notfalls auch Sanktionen ergriffen werden. Marx weiß ja, dass er gegen alle Regeln der göttlichen Stiftung verstößt und den Allmächtigen höchstpersönlich herausfordert, indem er in in seiner Hybris zwingen will, sündhafte Beziehungen zu "segnen". Auch als Fan der "Brandmauer" gegen Andersdenkende hätte er daher für Sanktionen gegen seinen Aufstand gegen die Ewigkeit sicherlich vollstes Verständnis.

SalvatoreMio vor 5 Stunden: Treue!

@Herr Stefan Fleischer, wie kostbar ist ihr Zeugnis! Danke sehr! - Manchmal stecken aber auch Tragödien hinter treuen Ehen: ohne mich in Einzelheiten verlieren zu wollen: eine ganz aufopferungsvolle Ehefrau und Mutter von 4 Kindern (der Ehemann ein Dickschädel und Tyrann), vertraute mir im Alter an: " Ich habe oft an Trennung gedacht, aber wir sind katholisch, und ich wollte auch den Kindern ein Beispiel sein und mein Eheversprechen nicht brechen". Diese wunderbare Frau war eher ein "Putzlappen" für den Ehemann als seine geliebte Gefährtin.

Versusdeum vor 5 Stunden: Hysterisch-kritische Mode

@Cyprian63 Nein, aber die Bischöfe des deutschen Zweigs der Kirche wurden in Studium und wohl auch Seminar sicherlich mit der "historisch-kritischen Methode" berieselt. Sie hinterfragt historische Kontexte, was im weltlichen Rahmen sicherlich gut funktioniert, aber jegliches übernatürliche Handeln ausschließt (im Fall meines letzten Relilehrers z.B. sämtliche Wunder Jesu und sogar seine Auferstehung!)

SalvatoreMio vor 6 Stunden: Die Hoffnung - ist eine große Kraft - aber:

Fakt ist: Kardinal Marx hat einen bedeutenden Namen in Rom (leider). Seine neueste Aktion ist nur ein zusätzlicher, dicker Zementblock zu all dem, was in Deutschland längst festgezurrt ist: kein Widerstand gegen OutinChurch; Personen in kirchlich wichtigen Positionen, haben jegliche Freiheit, wie und mit wem sie ihr "Liebesleben" gestalten.- Und das, was Kardinal Marx in die Welt gesetzt, kursiert auch schon in aller Welt - wird von vielen bejubelt und von weniger vielen mit Schrecken wahrgenommen. - Und dann? Fogt dann noch irgendwann eine synodale Abstimmung oder was ist "katholische Kirche"?

Stefan Fleischer vor 6 Stunden: Im Übrigen würde es mich nicht erstaunen,

wenn unsere «neue, menschenfreundliche» Kirche als Nächstes die Möglichkeit einer Segnung (und der kirchenrechtlichen Anerkennung der Scheidung) einer gültig geschlossenen Ehe fordern würde. Ich hatte Glück mit meiner Ehe, welche 48 Jahr bis zum Tod meines «Schatzes» hielt. Grundlage dafür aber war das Bewusstsein, dass unser vor Gott und den Menschen gegebenes Eheversprechen «bis dass der Tod uns scheidet!» nicht rückgängig gemacht werden kann.

Cyprian63 vor 7 Stunden:

Nächsten Sonntag ist der Weltgebetstag um geistliche Berufe. Würden die deutschen Bischöfe mit der gleichen Intensität um geistliche Berufe werben wie für die LQBT wären die Priesterseminare voll. Für jemanden, der heute in Deutschland überhaupt noch Priester werden will, kann das Tun der deutschen Bischöfe nur abschreckend sein.
Was die deutschen Bischöfe wollen, ist nicht eine Segnung von Homosexuellen als Hilfe zur Bekehrung, sondern diese Segnung als Gutheißung dieser Sünde.
Das bringt die Kirche nicht weiter und bringt die diese Menschen nicht weiter. Leben die deutschen Bischöfe denn am Mond, zumindest scheinen sie dort ihr Studium absolviert zu haben.

MPDE vor 7 Stunden: Papst Leo ist nicht Franziskus

Papst Leo ist ein sehr besonnener Mann. Das hat man bei dem Konflikt mit Trump gemerkt. Er poltert nicht los und sagt etwas „von der Leber weg“. Daher wäre ich vorsichtig, in seinem Statement mangelnden Willen zu weiteren Maßnahmen gegen die deutschen Bischöfe zu sehen. Ein Beispiel: der neue Nuntius. Papst Leo hat hier ausdrücklich jemanden gewählt, der Deutschland sehr gut kennt und zudem eine ziemlich klare Haltung zu moralischen Fragen hat. Und ja, auch ich wünsche mir mal eine klare Antwort auf Kardinal Marx. Ich versuche, zuversichtlich zu sein.

Jörgen vor 7 Stunden:

Man wird in Deutschland nun vielleicht argumentieren, dass man nicht über FS hinausgegangen sei. Aus den Worten von Leo geht aber hervor, dass der (auch tatsächlich offensichtliche) Widerspruch klar ist. Ohne zu optimistisch sein zu wollen, es weht ein anderer Wind. Für Bischof Wilmer wird das nicht einfach werden.

gebsy vor 8 Stunden: Hoffen wir

auf eine brüderliche Zurechtweisung unter vier Augen im BEISEIN des Heiligen Geistes ...

Jothekieker vor 8 Stunden: @SalvatoreMio

Bewahren Sie Ihre Hoffnung! Für den gegebenen Rahmen war die Äußerung des Papstes deutlich genug. Ein guter Chef wird immer zu vermeiden suchen, seine Mitarbeiter öffentlich zurechtzuweisen. Was auf anderen Kanälen kommuniziert wird, kriegen wir aber nicht mit, deshalb muß Ihre Hoffnung nicht vergebens gewesen sein.

Stefan Fleischer vor 8 Stunden: «Ich glaube, heute darüber hinauszugehen, könnte …»

Ist das die Sprache, die eine besorgter Vater gegenüber seinen widerspenstigen Söhnen und Töchtern sprechen müsste? «Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.» (Mt 5,37)

maran atha vor 15 Stunden:

Was sind denn die konkreten Konsequenzen für Marx? Ein "Bitte so nicht" reicht absolut nicht. Hier muss hart durchgegeiffen werden, damit es keine Nachahmer gibt.  ... [gelöscht durch Admin]

SalvatoreMio vor 16 Stunden: Kardinal Marx und diese Segnungen

Heute morgen, in einer Antwort auf die Absichten von Kardinal Marx und die Segnungen, wurde eine "notwendige Bremsaktion" aus Rom erhofft. Ohne voreilig etwas zu obigem Interview sagen zu wollen, eines scheint mir klar: wenn das von Seiten des Papstes alles sein sollte gegenüber Mahnungen Richtung Deutschland und Kardinal Marx, so wird das die "deutsche Kirche" in keiner Weise beeindrucken und sie nicht bremsen. Der Umbau in eine andere "katholische" Kirche wird fleißig weitergehen.

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