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Verheiratete Frauen sind (zunehmend) die glücklichsten von allen

vor 2 Tagen in Familie, 6 Lesermeinungen
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Aktuelle Umfragedaten aus den USA legen nahe, dass die Ehe – besonders in Kombination mit Kindern – für viele Frauen heute einer der stärksten Prädiktoren für Glück, Sinn und Wohlbefinden ist.


Charlottesville (kath.net/jg)
Die bekannte Autorin Elizabeth Gilbert („Eat, Pray, Love“) hat kürzlich in einem Podcast mit Marie Forleo eine klare These aufgestellt: „Das Schlimmste, was eine Frau statistisch gesehen tun kann, ist, einen Mann zu heiraten.“ Verheiratete Frauen würden kürzer leben, weniger verdienen, unglücklicher sein und in fast allen messbaren Bereichen des Wohlbefindens schlechter dastehen als unverheiratete Frauen, behauptete Gilbert. Diese Aussage passt in eine breitere progressive Kritik an der Ehe, die vor allem Frauen als Verliererinnen darstellt. Neue Daten des Institute for Family Studies (IFS) zeichnen jedoch ein ganz anderes Bild, schreiben Sophie Anderson und Brad Wilcox in einem Beitrag für die Internetseite des IFS.

Die General Social Survey (GSS) gilt als einer der zuverlässigsten sozialwissenschaftlichen Indikatoren in den USA. Eine neue Auswertung des IFS für Frauen im Alter zwischen 25 und 55 Jahren zeigt:

Betrachtet man alle vier Gruppen (verheiratete Mütter, verheiratete kinderlose Frauen, unverheiratete Mütter und unverheiratete kinderlose Frauen), zeigt sich ein klares Muster: Die Glückswerte verheirateter Frauen bleiben seit den 1990er Jahren stabil hoch. Unverheiratete Frauen hingegen verlieren an Boden. Besonders nach der COVID-Pandemie sind ledige, kinderlose Frauen die unglücklichste Gruppe unter den Frauen im erwerbsfähigen Alter. Keine andere Gruppe berichtet von weniger Glück und Lebenssinn als jene ohne unmittelbare Familie.


Entgegen Gilberts Behauptung leben verheiratete Frauen heute länger, verdienen im Durchschnitt mehr und berichten von einem höheren Sinn im Leben als unverheiratete Frauen. Auch andere Studien, darunter eine Umfrage des Wheatley Institute und des IFS aus dem Jahr 2025, bestätigen, dass verheiratete Mütter signifikant häufiger „sehr glücklich“ angeben als die Vergleichsgruppen.

Die Autoren der IFS-Studie, Alan J. Hawkins und Connie Huber, betonen, dass der Vorteil der Ehe für Frauen in den letzten Jahren sogar gewachsen ist – und nicht geschrumpft.

Die Forscher machen vor allem die digitale Revolution der letzten 15 Jahre dafür verantwortlich. Smartphones und soziale Medien haben echte, persönliche soziale Kontakte ersetzt und gleichzeitig angstbesetzte, negative Botschaften über die Welt verbreitet. Dies trifft besonders ledige, kinderlose Frauen hart, die weniger eingebettet in stabile Beziehungen und Familienstrukturen sind.

Verheiratete Frauen profitieren hingegen von mehr Gelegenheiten zu echtem sozialem Kontakt, körperlicher Nähe und sinnvoller Zeit mit Partner und Kindern. In einer zunehmend digitalen und vereinzelnden Welt wirkt die Familie als Puffer gegen Einsamkeit und Angst.

Interessant ist auch die öffentliche Wahrnehmung: Viele Menschen – darunter überraschend viele Frauen – glauben weiterhin, dass die Ehe vor allem Männern nutzt, Frauen aber schadet. In Umfragen stimmen deutlich mehr Befragte zu, dass verheiratete Männer mit Kindern besser dastehen als ledige, während bei Frauen dieser Glaube schwächer ausgeprägt ist. Die objektiven Glücksdaten widersprechen dieser Annahme jedoch zunehmend.

Die Aussage von Liz Gilbert und ähnliche narrative, die die Ehe als Fallstrick für Frauen darstellen, halten einer empirischen Überprüfung nicht stand. Im Gegenteil: Die Daten legen nahe, dass die Ehe – besonders in Kombination mit Kindern – für viele Frauen heute einer der stärksten Prädiktoren für Glück, Sinn und Wohlbefinden ist.

 


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Lesermeinungen

HerrHilfDeinerKirche vor 2 Stunden: @ PoC Ja das ist aber auch der Spiegel

Unserer Gesellschaft. Wieviel Mütter bleiben denn heute noch nach der Geburt als Hausfrau zu Hause? Ich wohne in einer relativ jungen Siedlung und beobachte, dass hier morgens um 7 Uhr die Mütter-Karawane Richtung Kita / Kindergarten fährt. Die Kita musste erweitert werden um den Bedarf zu decken. Welche junge Familie kann von einem Gehalt heute leben? Früher bei uns ging es aber bei den heutigen Lebenshaltungskosten kommt es auf jeden Euro an.

PoC vor 17 Stunden:

Und bei uns in Deutschland ist die Merz-CDU und CSU zusammen mit der SPD im Zuge mit der Gesundheitsreform gerade dabei, Frauen, die ihr Leben der Erziehung ihrer Kinder als Hausfrau widmen wollen, die kostenlose Mitvericherung in der gesetzlichen Krankenversicherung ihres Ehemannes zu streichen. Ausgesprochen niveaulos!

HerrHilfDeinerKirche vor 20 Stunden: Nicht zu verallgemeinern

Wir haben zwei Kinder - einmal verheiratet mit Kindern und einmal bewusst alleinstehend. Wenn wir unsere Kinder reden hören, kommt immer wieder auf, dass das verheiratete Kind stets neidisch auf das freie Leben des Anderen ist und ihr Geschwisterteil als glücklicher als sich selbst sieht. Unabhängig machen können was man will und Urlaub machen ohne Rücksicht auf Kinder zu nehmen. Der alleinstehe Geschwisterteil ist rundum glücklich und beneidet kein bisschen die andere Seite. Wenn wir unsere Kinder vergleichen, ist es so dass das Kind mit Familie und Kindern eher unglücklich ist weil so viele Träume sich durch die Kinder erledigt haben und es schon wurmt, dass die andere Seite ein vollkommen anderes und tolleres Leben als Single führt. Allerdings sind wir Eltern nicht ganz unschuldig daran, weil wir zur Hochzeit gedrängt haben als die Schwangerschaft mit Zwillingen bei uns ankam. Das bekommen wir immer noch aus Brot. Man sollte es nicht verallgemeinern.

Paddel vor 21 Stunden: @SalvatoreMio

Dankeschön.
Gott handelt direkt im Sakrament der Ehe.

SalvatoreMio vor 29 Stunden: Glücklich in der Ehe

@Paddel! Ich freue mich mit Ihnen und gratuliere herzlich zu diesen vielen Jahren der Gemeinsamkeit. Ich denke gerade an den Emmausbericht, der ein starkes Bild ist für Ehe: in der Mitte als stützender Pfeiler Christus, an dem die beiden sich festhalten - dem sie sagen können, was sie erfreut und beschwert; den sie um Rat fragen können, wenn sie lieber flüchten möchten, und der sie dann einlädt zur Mahlgemeinschaft. (Gestern sah ich in der Kirche wieder ein betagtes Ehepaar: er immer schmächtiger und mindestens Mitte 90; die evang. Ehefrau begleitet ihn stets, und sie sind dankbar für eine eine Tochter, die als Franziskanerin wirkt).

Paddel vor 2 Tagen: Glücklich

bin ich als Ehefrau und Mutter definitiv. Auch wenn die Herausforderungen in den letzten 30 Jahren zuweilen auch so waren, dass ich manchmal am liebsten geflohen wäre und auch Singles tatsächlich beneidete.
Im Gesamtkontext betrachtet aber bin ich dankbar für Mann und Kinder und ja, ich bin glücklich.

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