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Leo XIV.: In Gott ist jeder endlich er selbst. Das Versprechen Christi und die Hoffnung der Auferstehung: das Ende der Angst und der Beginn des Glaubens. Von Armin Schwibach
Rom (kath.net/as) Beim Regina Caeli, dem österlichen Mariengebet, das an die Stelle des Angelus tritt, nahm Papst Leo XIV. am fünften Sonntag der Osterzeit die Worte Jesu aus dem Abendmahlssaal auf und erschloss sie im Licht von Leiden, Tod und Auferstehung.
Ausgehend von der Erfahrung der jungen Kirche hielt Papst Leo XIV. fest: „In der Osterzeit denken wir, wie die junge Kirche, wieder an die Worte Jesu zurück, die im Licht seines Leidens, seines Todes und seiner Auferstehung ihre volle Bedeutung entfalten“, wobei das, was den Jüngern zunächst entgangen sei oder sie beunruhigt habe, nun wieder in Erinnerung trete, „das Herz wärmt und Hoffnung schenkt“. Das Evangelium dieses Sonntags führe hinein in das Gespräch zwischen dem Meister und seinen Jüngern während des Letzten Abendmahls, und darin erklinge ein Versprechen, das die Jünger bereits in das Geheimnis der Auferstehung einbeziehe: „Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin“ (Joh 14,3).
In diesem Wort werde sichtbar, dass in Gott Raum für jeden sei. Die ersten Jünger hätten diese Erfahrung bereits am Anfang gemacht, als Jesus sie einlud, bei ihm zu bleiben. Nun aber spreche er angesichts seines Todes von einem Haus, „diesmal von einem sehr großen: vom Haus seines Vaters und unseres Vaters, wo Platz für alle ist“. Christus erscheine darin als der, der vorausgeht und bereitet, „der die Zimmer vorbereitet, damit jeder Bruder und jede Schwester bei der Ankunft ein fertig vorbereitetes Zimmer vorfindet und spürt, von jeher erwartet und endlich wiedergefunden worden zu sein“.
Von hier aus erklärte Leo XIV. den Gegensatz zwischen der Welt, in der der Mensch unterwegs sei, und der Wirklichkeit, in die der Auferstandene führe. In der „alten Welt“ zögen exklusive Orte und privilegierter Zugang die Aufmerksamkeit auf sich, während in der neuen Wirklichkeit „das, was am meisten zählt, für alle zugänglich“ werde. Gerade darin liege eine neue Ordnung: „Was nun allen offensteht, schenkt Freude; Dankbarkeit tritt an die Stelle von Konkurrenz; Annahme löst Ausgrenzung ab; Überfluss geht nicht mehr mit Ungleichheit einher“. Niemand gehe verloren, niemand werde verwechselt. Während im Tod Name und Erinnerung zu verschwinden drohten, gelte: „in Gott ist jeder endlich er selbst“. Darin erscheine der eigentliche Ort, den der Mensch suche, auch wenn er sich oft in einem Streben nach Aufmerksamkeit und Anerkennung verliere.
So führte der Papst den Gedanken des Glaubens weiter und stellte das Wort Jesu in die Mitte: „‚Glaubt!‘, sagt Jesus zu uns. Das ist das Geheimnis! ‚Glaubt an Gott und glaubt an mich‘“ (Joh 14,1). Dieser Glaube befreie das Herz von dem Streben nach Besitz und Erfolg und von der Vorstellung, sich durch eine angesehene Position Wert verschaffen zu müssen, denn „jeder hat in Gottes Geheimnis, das die wahre Wirklichkeit ist, bereits unendlichen Wert“. Indem die Menschen einander so liebten, wie Christus sie geliebt habe, werde dieses Bewusstsein weitergegeben. Darin erfülle sich das neue Gebot, das schon jetzt den Himmel auf Erden sichtbar mache und offenbare, „dass Geschwisterlichkeit und Frieden unsere Bestimmung sind“, sodass jeder „inmitten einer Vielzahl von Schwestern und Brüdern“ entdecke, „dass er einzigartig ist“.
Am Ende richtete Leo XIV. den Blick auf die Gottesmutter: „Bitten wir also die allerseligste Jungfrau Maria, die Mutter der Kirche, dass jede christliche Gemeinschaft ein Haus sei, das allen offensteht und jedem Einzelnen Aufmerksamkeit schenkt“.
Foto (c) Vatican Media
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