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vor 26 Stunden in Kommentar, 13 Lesermeinungen
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Eine respektvolle äussere Haltung einzunehmen ist ja nicht in erster Hinsicht eine Frage der Authentizität - Auch beim Empfang der Hl. Eucharistie - Gedanken aus dem Auenland von Nikolaus Lobkowicz
Prag (kath.net)
Stellen wir uns mal vor, wir wären eingeladen worden, den König bei einem Staatsempfang zu treffen. Wir hätten uns davor vermutlich erst mal erkundigt, wie man sich zu so einem Empfang überhaupt richtig anzuziehen hat. Dunkler Anzug? Smoking? Cutaway? Cocktail Kleid, Abendkleid, Hosenanzug? Mit Hut oder ohne? Wenn wir das richtige Kleidungsstück nicht selbst gehabt hätten, dann hätten wir sicher eine erhebliche Anstrengung gemacht, es zu beschaffen- entweder kaufen, oder von einem Freund borgen, oder was auch immer. Dann hätten wir uns ausführlich herausgeputzt, die Schuhe auf Hochglanz poliert und hätten uns dann auf den Weg gemacht- nicht ohne nochmal kritisch im Spiegel zu checken, ob alles sitzt. Wir hätten uns ausserdem ganz bestimmt bei jemandem kundigem erkundigt, wie man sich eigentlich bei so einem Staatsempfang richtig benimmt: Wo steht man, darf man sitzen, was kann man sagen und was nicht, welche Reihenfolge gibt es, usw. Schliesslich trifft man ja nicht jeden Tag einen König!
Und jetzt stelle man sich vor, dass vor dem Palast des Königs ein paar offizielle Palastdiener in Jeans und Sneakers stehen, die einen gleich ziemlich abschätzig anschauen, wie man das so ankommt, ganz freudig aufgeregt und leicht nervös. Der missbilligende Blick der kopfschüttelnden Palastdiener wird geradezu verachtend, wie sie den festlichen Aufzug der eingeladenen Gäste sehen. Was einem eigentlich einfiele, wollen sie von den rasch stark verunsicherten Gästen wissen- ob man denn nicht wisse, dass es dem König nur um „innere Werte“ gehe. Man solle daher sofort umdrehen und gefälligst in Jeans, Hoodie und Sneakers wiederkommen. Sonst werde man nicht vorgelassen.
Man kehrt also um, sich krampfhaft bemühend nicht von hilfloser Fassungslosigkeit überwältigt zu werden, und tut resignierend wie einem geheissen wurde. Beim zweiten Antritt, nunmehr in verschlissener Jeans und verstaubten Turnschuhen, wird man von den selbstzufrieden lächelnden Palastdienern vorgelassen, und tritt durch die Tore des Palastes. Innen ist ein langer, etwa fünfzig Meter breiter Ganz, mit einem leuchtend roten Läufer auf einem Diamanten Boden. An beiden Seiten des gewaltigen Ganges stehen in silbernen Rüstungen die Mitglieder Ehrengarde des Königs, Lanzen präsentiert, den Blick bewegungslos geradeaus gerichtet. Sie stehen den gesamten Gang entlang, auf beiden Seiten, tausende. Als man an Ihnen vorbeigeht, nehmen sie zackig Haltung an. Nach einigen Minuten erreicht man einen goldenen Treppenaufgang, der wie ein Wasserfall aussieht- hier wird ebenfalls jede Stufe von zwei Gardesoldaten flankiert, die ebenfalls respektvoll stramm stehen, wenn man auf ihre Höhe kommt. Das ganze beginnt sich anzufühlen, als wäre man selber ein Staatsoberhaupt- dabei weiss man eigentlich gar nicht genau, wie man überhaupt zu der Ehre gekommen ist, eingeladen zu sein. Mit jedem Schritt wird einem der Kontrast zwischen den blitzenden Helmen der Gardisten und der fleckigen Labbrigkeit des eigenen Aufzuges schmerzlich bewusster. Oben angekommen, öffnet sich einem unter dem Schall von Posaunen ein satt goldenes Tor, und man tritt in einen Saal, der jedes Fussballstadium der Welt niedlich wirken lässt. Vom Tor, durch die Mitte des Saales hindurch auf das andere Ende zu führt ein Gang, wieder mit einem Läufer in königlichem Purpur ausgelegt, und überall im Saal, links und rechts von diesem Gang, sitzen Menschen auf Stühlen aus Elfenbein. Es müssen Hunderttausende sein- und sie sitzen nicht nur auf der selben Ebene wie man selbst, sondern auch auf übereinander liegenden Tribünen, in Hunderten kleiner Logen, sowie hinter der zentral liegenden Bühne, auf welcher der Thron steht. Die bereits im Saal sitzenden Menschen erheben sich, als man eintritt. Alle drehen sich einem zu. Als man beginnt, den Gang auf den Thron zu zugehen, senken die Anwesenden das Haupt, voller Respekt und Anerkennung. Jeder einzelne sieht aus, als wäre er gerade aus der Titelseite eines Modemagazins herausgetreten- und diese einschüchternd schönen und wichtig aussehenden Menschen strahlen einen begeistert an, gerade so, als wäre man hier irgendwie der Ehrengast.
Dann erhebt sich der auf dem Thron; es ist nicht der König. Es ist sein Vater. Er geht die Stufen herab, und eilt einem entgegen- und er strahlt noch mehr als die anderen Anwesenden. Er umarmt einen, sagt, es sei Ihm eine „besondere Ehre“ denjenigen zu treffen, der seinem Sohn so ausserordentlich wichtig sei. Tosender Jubel und Applaus, von Hunderttausenden. Vielen der einen umgebenden Menschen fliessen Tränen der Rührung über die Gesichter.
Hunderte von Posaunen ertönen auf einmal; erwartungsvolle Stille senkt sich über den Saal. Von den vordersten Rängen angefangen, gehen die versammelten Menschen auf die Knie- bis alle knien, ausser dem Vater. Der König ist da. Ein paar Leute, die mit uns mitgekommen sind, reden trotzdem laut weiter. Es sind die Palastwächter, in Jeans und Sneaker, wie man selbst. Einer von ihnen erzählt einen Witz. Ein anderer klagt über seinen Chef. Einer gähnt laut. Ansonsten ist der Saal volkommen still. Hunderttausende knien, mit gesenkten Gesichtern. Der König ist da. „Wer mein Fleisch isst, und mein Blut trinkt…“ Das Universum zittert vor Neid. Nie war es einem schmerzhafter bewusst, wie under-dressed man ist. Nie hat man deutlicher gespürt, dass die eigene äusserliche Haltung für den König sakramentale Bedeutung hat.
König Jesus in der Eucharistie kniend und per Mundkommunion zu empfangen, heisst nicht zwingend, dass diese äussere Haltung „die richtige innere Haltung widerspiegelt“. Ob unsere äussere Haltung tatsächlich ein wahrhaftiges Bild des Inneren ist- wer kann das schon sagen, ausser dem König? Aber, eine respektvolle äussere Haltung einzunehmen ist ja nicht in erster Hinsicht eine Frage der Authentizität- sonst ginge es ja immer nur um einem selbst. Es geht aber eben nicht um uns- sondern um „den ganz anderen“. Eine äusserlich respektvolle, verehrende Haltung einzunehmen ist ein Ausdruck von Liebe. Man muss sich nicht hinknien- aber, man kann. Ein kleines Opfer, in Form einer der ältesten Gesten der Welt- das gebeugte Knie für den König. Nur Gott verdient beide Knie. Diejenigen, die anderen den Empfang der Eucharistie in dieser Haltung verweigern wollen, haben ein echtes Problem. Solchen Leuten ist das Gespür für Ordnung abhanden gekommen. Ohne dieses Gespür zu leben, ist hart- vor allem für jene, die mit solchen Leuten regelmässig umgehen müssen. Wenn man solchen Palastwächtern begegnet, sollte man keinen Anstoss an dem nehmen, was nur als ein schwerer Fall von „Herzens Taubstummheit“ beschrieben werden kann, sondern Mitgefühl aufbringen und heftig um deren Heilung beten.
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HerrHilfDeinerKirche vor 5 Stunden: @Cyprian63: Priester in Soutane kenne ich nur noch
Von ganz früher bei meinen Großeltern. Das war ein älterer Herr, der mich im Rückblick an Pfarrer Braun erinnert; stets mit Soutane und Hut und einen schwarzen Spazierstock dabei. Wir Kinder hatten immer Angst und die Dorfbewohner einen Riesen Respekt. Für mich persönlich ist die Kleidung des Priesters nicht entscheidend. Was nützt mir die Soutane wenn darin ein Zeitgeist steckt! Unser Pfarrer trägt (außer auf offiziellen Anlässen) nicht einmal einen schwarzen Anzug. Wir kennen ihn nur mit Schwarzer Jeans und je nach Jahreszeit hellem Hemd oder hellem Pullover und hellen Schuhen. Aber er ist konservativer als der neue junge leitende Pfarrer der Nachbargemeinde, der zwar stets in Soutane gekleidet ist, aber modern und voll auf dem Synodalen Weg ist.
Richelius vor 5 Stunden:
Man soll immer ehrfürchtig sein, aber gleichzeitig achtsam gegenüber den Bräuchen der Kirche, die man besucht. Selttn haben wir Lateiner im byzantinischen Gottesdienst die das Allerheiligste knieend empfangen möchten. Für den Priester bedeutet das dann einen Balanceakt mit dem Löffel, damit er Leib und Blut Christi am langen Weg nach unten nicht verschüttet.
Ein lateinischer Priester mit Parkinson konnte die Hostie nicht mehr in den Mund legen. Ich fand es nicht richtig, daß dann einige zum Kommunionhelfer gewechselt sind. Soetwas ist dann verletzend gegenüber einem alten, kranken Priester.
Auf der anderen Seite finde ich die Ehrfurchtslosigkeit gegenüber dem Leib Christi als großes Problem.
HerrHilfDeinerKirche vor 5 Stunden: @Cyprian63
UlmerSpatz vor 16 Stunden: Marienfried
Ich besuche immer die heilige Messe an der Gebetsstätte Marienfried. Dort wird nur Mundkommunion ausgeteilt - an der Kommunionbank mit Patene.
Cyprian63 vor 18 Stunden: @HerrHilfDeinerKirche
Als ich noch Ministrant war - das liegt fast 35 Jahre zurück - kamen einmal zur Aushilfe zwei Priester aus Tschechien. Die beiden Priester kamen schon frühzeitig, betraten mit Soutane die Kirche und beteten dann in der ersten Bank knieend den Rosenkranz. Das war so eindrucksvoll, dass ich das nie vergessen habe. Der Priester müsste einfach Vorbild sein: vor der Messe durch Kirche gehen mit Soutane oder im Anzug, vor dem Tabernakel eine ehrfürchtige Kniebeuge machen, nach Möglichkeit 2-3 Minuten sich in die Kirchenbank knien. Das würde schon Eindruck die Leute würden es vielleicht irgendwann einmal nachmachen - Einfach den Menschen durch das Verhalten zeigen: hier ist ein heiliger Ort. Nur leider kommen nicht wenige Priester von außen in die Sakristei hineingeschneit und sind nach der Messe gleich wieder hinausgeschneit. Woher sollen die Leute denn wissen, wie man sich im Gotteshaus benimmt, wenn es ihnen niemand vormacht.
Vox coelestis vor 19 Stunden: @HerrHilfDeinerKirche
Gott sei Dank ist die kniende Mundkommunion in meiner Heimatpfarrei auch kein Problem. Werktags ist die erste Bank immer reserviert als Kommunionbank, sonntags in der großen Kirche ist das zwar nicht der Fall, aber jeder unserer 5 Priester vor Ort reicht anstandslos die (kniende) Mundkommunion. Seit ich 16 bin mache ich es so, oft als einziger unter den Messbesuchern. Das ist nicht immer einfach, aber ich bin froh und dankbar dass ich es bis heute durchgezogen habe.
Stefan Fleischer vor 20 Stunden: @ HerrHilfDeinerKirche
Dort wo ich normalerweise das Heilige Messopfer mitfeiere, bedeuten die verschränkten Arme, dass man nicht die Kommunion empfangen möche, sondern nur den Segen. Das wird z.B. von Kindern vor der ersten Heligen Kommunion so gepflegt. Aber auch Erwachsene tun dies, wenn sie, aus welchem Grund auch immer, auf den Kommunionempfang verzichten und nur den Segen erhalten wollen.
Stefan Fleischer vor 21 Stunden: Ich persönlich
empfange die Heilige Kommunion so, wie es vor Ort üblich ist. Ich finde es traurig, dass wir uns sogar beim Empfang dieses Allerheiligsten Sakramentes (hoffentlich nur gedankenlos) gegenseitig verketzern müssen.
HerrHilfDeinerKirche vor 23 Stunden: @Vox coelestis : hier dürfen Sie die Kommunion durchaus so empfangen
wie Sie möchten. Es wird Ihnen niemand die Mundkommunion verweigern und Sie zur Handkommunion zwingen. Wenn meine Schwester zu Besuch ist, kniet sie sich stets ganz bewusst vor den Priester, verschränkt die Arme vor der Brust. Selbstverständlich bekommt sie die Mundkommunion! In unserer Gemeinde ist niemand, der es so möchte, aber wenn gewünscht, geht das ganz selbstverständlich! Nur, im Gegensatz zu Papst Benedikt der in Rom in seinen Messen nur Mundkommunion zuließ, darf hier jeder ohne Zwang es so halten wie es ihm recht erscheint!
Vox coelestis vor 24 Stunden: Ehrfurcht ist zwingend notwendig
"Vor ihm wird jedes Knie sich beugen", heißt es in der Schrift.
Vor ihm. Und was geschieht beim Empfang der hl. Kommunion? Christus ist unmittelbar vor uns wenn der Priester uns die Hostie zeigt und spricht "Der Leib Christi."
Und wir? Die Allerwenigsten knien sich dann hin, so wie es die Engel tun (in Fatima mit der Stirne bis zum Boden).
Wo man sich sonst so gerne auf die Hl. Schrift beruft, hat man hier den Stehempfang der hl. Kommunion zum Standard erhoben, und den ehrfürchtig Knienden zum Außenseiter degradiert.
Die Früchte dieser fatalen Entwicklung erleben wir durch den Schwund an Glaube und Liebe gegenüber dem allerheiligsten Sakrament in unserer Zeit.
HerrHilfDeinerKirche vor 25 Stunden: Ein Gänsehaut Artikel und zum Nachdenken.. Vielen Dank!
Aber schauen wir uns an, wie es am Sonntag in der Messe zugeht. Man kommt den Gang entlang, schaut die Reihen an, bespricht sich mit der Begleitung welche Reihe man nimmt, geht hinein, setzt sich hin. Keine Kniebeuge beim eintreten, kein kurzes Knien nach dem Eintritt in die Bank! Stattdessen vielleicht noch ein kurzes Pläuschen mit dem Nebenmann. Beim Friedensgruss kommt das Leben. Die Hand geht zur Seite, nach hinten oder vorne um dem Kumpel freudestrahlend die Hand zu schütteln. Zur Kommunion stellt man sich brav an (machen ja alle) und schlendert zurück. Entweder anstandshalber 10 Sekunden knien oder man setzt sich gleich hin. Am Ende Gedränge; nur noch raus. Draußen dann das große „Küsschen links und rechts“ und man hat auf einmal Zeit während man schnell aus der Kirche wollte …
SpatzInDerHand vor 25 Stunden: Ich empfange die Hl. Kommunion übrigens am liebsten kniend auf die Hand,
bevorzugt an einer Kommunionbank, sonst komme ich nicht mehr gut auf die Beine. In meinem Bistum ist dies allerdings nicht gern gesehen, die Kommunionbänke sind rausgeräumt, kniende Kommunion ist heftig unbeliebt, egal ob es dann Hand- oder Mundkommunion ist.
Norbert Sch?necker vor 25 Stunden: Anderes Thema
Die Diskussion über die "richtige" Haltung bei der Kommunion ist nicht egal. Wobei ich mir sicher bin, dass die meisten stehend-Handkommunion-Empfänger andächtig sind, und die knieend-Mundkommunion-Empfänger keine Heuchler.
Aber wichtiger erscheint es mir als Priester, in Erinnerung zu rufen, dass die Kommunion im Stand der Gnade zu empfangen ist. Die Beichte vor dem Empfang der Eucharistie ist weitgehend abhanden gekommen. Ob die meisten Kirchgänger wirklich das ganze Jahr über keine schweren Sünden begehen?
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