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„Ut unum sint“ - Wahrheit, Tradition und sichtbare Communio

vor 3 Tagen in Kommentar, 20 Lesermeinungen
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Ein theologischer und kirchenrechtlicher Weg der Versöhnung zwischen Rom und der Priesterbruderschaft St. Pius X. im Licht der „Katholischen Glaubenserklärung“ vom 14. Mai 2026. Von Archimandrit Dr. Andreas-Abraham Thiermeyer


Eichstätt (kath.net) I. Die Kirche an einem entscheidenden Punkt
Die katholische Kirche befindet sich im Jahr 2026 an einem jener seltenen historischen Punkte, an denen eine innerkirchliche Krise nicht mehr bloß als Randphänomen behandelt werden kann, sondern die Frage nach dem Wesen der Kirche selbst berührt. Die Auseinandersetzung zwischen dem Heiligen Stuhl und der Priesterbruderschaft St. Pius X. hat durch die am 14. Mai 2026 veröffentlichte „Katholische Glaubenserklärung“ sowie durch die angekündigten Bischofsweihen ohne päpstliches Mandat eine neue Zuspitzung erfahren.

Dabei wäre es zu oberflächlich, diesen Konflikt lediglich als Streit um die Liturgie oder als konservativen Widerstand gegen das Zweite Vatikanische Konzil zu beschreiben. In Wahrheit berührt die Krise tiefere Ebenen katholischer Ekklesiologie: das Verhältnis von Tradition und Entwicklung, von Eucharistie und Communio, von sichtbarer Einheit und legitimer Vielfalt, von sakramentaler Wirklichkeit und kirchenrechtlicher Ordnung.

Gerade deshalb genügt weder eine rein disziplinäre noch eine bloß diplomatische Antwort. Die Kirche steht vielmehr vor der Aufgabe, einen Weg zu finden, der zugleich theologisch solide, kirchenrechtlich tragfähig, pastoral glaubwürdig und geistlich heilsam ist.

Denn die eigentliche Frage lautet nicht: Wer setzt sich durch?

Sondern: Wie kann die Einheit der Kirche bewahrt und geheilt werden, ohne Wahrheit, Tradition oder legitime geistliche Identität zu zerstören?

II. Die Bedeutung der „Katholischen Glaubenserklärung“ vom 14. Mai 2026
Die von der Priesterbruderschaft St. Pius X. veröffentlichte „Katholische Glaubenserklärung“ verdient zunächst eine sachliche und faire Würdigung. Denn das Dokument zeigt deutlich, dass die Bruderschaft sich ausdrücklich innerhalb des katholischen Glaubens verortet. Sie bekennt sich zur sakramentalen Wirklichkeit der Kirche, zum Papstamt, zur apostolischen Sukzession, zur Heiligkeit der Eucharistie und zur bleibenden Verbindlichkeit der katholischen Tradition.

Gerade dieser Punkt ist entscheidend. Denn damit unterscheidet sich die gegenwärtige Lage wesentlich von klassischen offenen Schismen der Kirchengeschichte. Die Bruderschaft versteht sich nicht als neue Kirche und auch nicht als bewusste Gegenkirche. Sie beansprucht vielmehr, innerhalb der katholischen Kontinuität zu stehen und jene Tradition bewahren zu wollen, die sie seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil gefährdet sieht.

Gleichzeitig zeigt das Dokument aber auch die bleibende Spannung. Denn die Bruderschaft betrachtet bestimmte Entwicklungen nach dem Konzil weiterhin mit Misstrauen. Besonders betroffen sind Fragen der Religionsfreiheit, des Ökumenismus, des Verhältnisses zum modernen Staat, der Liturgiereform und der Konzilshermeneutik insgesamt.

Hier liegt die eigentliche Problematik: Es existiert ein gemeinsames katholisches Glaubensfundament — aber keine vollständige kirchliche Communio.

Genau deshalb ist die Situation so schmerzhaft. Denn die Krise betrifft nicht einfach den äußeren Bruch mit der Kirche, sondern eine verletzte und unvollständige Einheit innerhalb derselben Kirche.

III. Eucharistie, Episkopat und die sichtbare Einheit der Kirche
Um die Tiefe der gegenwärtigen Krise zu verstehen, muss man vom Wesen der Kirche selbst ausgehen.


Die katholische Kirche ist keine bloße religiöse Vereinigung oder Gemeinschaft Gleichgesinnter. Sie ist eine sakramental verfasste Communio. Ihre Einheit ist nicht bloß geistig oder emotional, sondern sichtbar und konkret.

Diese sichtbare Einheit verwirklicht sich vor allem in drei Dimensionen: in der Eucharistie, im Episkopat und in der Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri.

Die Eucharistie ist nach katholischem Verständnis nicht lediglich Ausdruck bereits bestehender Einheit, sondern ihr Ursprung und ihre tiefste Verwirklichung. Die Kirche entsteht aus der Eucharistie. Darum kann Eucharistie niemals dauerhaft von sichtbarer kirchlicher Ordnung getrennt werden.

Genau hier liegt die besondere Problematik unerlaubter Bischofsweihen. Der Bischof ist nicht nur Verwaltungsleiter einer Diözese, sondern sakramentales Zeichen apostolischer Einheit innerhalb der Kirche. Eine Bischofsweihe ohne päpstliches Mandat berührt deshalb notwendig die Einheit des gesamten Episkopats.

Die Kirche kennt zwar die Unterscheidung zwischen Gültigkeit und Rechtmäßigkeit eines Sakraments. Sakramente können gültig, aber unerlaubt gespendet werden. Doch eine solche Situation kann nur Ausnahme bleiben. Sie kann nicht zum dauerhaften kirchlichen Normalzustand werden.

Denn die Kirche lebt nicht einfach davon, dass irgendwo gültige Sakramente existieren. Sie lebt davon, dass diese Sakramente innerhalb der sichtbaren Communio des Leibes Christi gefeiert werden.

Hier liegt die eigentliche Gefahr einer „gültigen Illegitimität“: Sakramentale Realität und sichtbare kirchliche Ordnung beginnen auseinanderzutreten und entwickeln eigenkirchliche Parallelstrukturen.

IV. Die geistliche Wirklichkeit traditionsverbundener Gläubiger
Gleichzeitig wäre es jedoch ein schwerer pastoraler Fehler, die geistliche Realität traditionsverbundener Katholiken zu verkennen oder pauschal zu verdächtigen. Viele Gläubige innerhalb des traditionalistischen Milieus suchen nicht Rebellion gegen die Kirche. Sie suchen: sakrale Tiefe, Ehrfurcht, liturgische Kontinuität, geistliche Verlässlichkeit, Schönheit der Liturgie und eine deutliche Ausrichtung auf Transzendenz. Gerade in einer Zeit kultureller Beschleunigung und religiöser Verunsicherung empfinden viele Menschen die ältere Liturgie als geistliche Heimat.

Diese Erfahrung darf nicht vorschnell ideologisch interpretiert werden. Denn die Kirche kann legitime Tradition nicht einfach als Problem behandeln, ohne ihr eigenes Gedächtnis zu beschädigen. 

Papst Benedikt XVI. hat diese Problematik sehr klar erkannt. Sein Anliegen war nicht Nostalgie, sondern Kontinuität. Die Kirche dürfe niemals den Eindruck erwecken, als sei das, was früher heilig war, plötzlich verdächtig oder minderwertig geworden. Gerade darin liegt bis heute die eigentliche Bedeutung von Summorum Pontificum: Die ältere Liturgie wurde nicht als museales Relikt verstanden, sondern als lebendiger Teil der katholischen Tradition. Gleichzeitig hielt Benedikt XVI. aber ebenso klar fest: Tradition darf niemals gegen die sichtbare Einheit der Kirche ausgespielt werden. 

Hier liegt die eigentliche Herausforderung: Die Kirche muss legitime Traditionsbindung integrieren, ohne Parallelkirchen zu stabilisieren.

V. Die Krise als Hermeneutikproblem des Zweiten Vatikanischen Konzils
Die gegenwärtige Krise ist nicht nur liturgisch, sondern hermeneutisch. Es geht um die Frage: Wie ist das Zweite Vatikanische Konzil zu verstehen? 

Zwei Extreme prägen dabei die Debatte:
Das erste Extrem liest das Konzil als radikalen Neubeginn. Tradition erscheint dann vor allem als Vergangenheit, die überwunden werden müsse. Liturgie wird funktional und stark veränderbar verstanden. Kontinuität verliert an Bedeutung.

Das zweite Extrem betrachtet das Konzil praktisch als Bruch mit der katholischen Tradition. Die vorkonziliare Kirche erscheint dann als eigentliche Norm, während das Konzil selbst zum Problem wird.

Beide Positionen greifen zu kurz. Die katholische Sicht muss vielmehr eine Hermeneutik der Kontinuität sein: Die Kirche bleibt sich treu, gerade indem sie sich in der Geschichte weiterentwickelt. Tradition bedeutet nicht starre Wiederholung, sondern lebendige Weitergabe.

Gerade hier könnte ein wirklicher theologischer Dialog ansetzen. Nicht jede Frage an die Konzilsrezeption ist automatisch anti-katholisch. Gleichzeitig kann das Konzil selbst nicht einfach relativiert oder zurückgenommen werden.

Die eigentliche Aufgabe besteht daher darin, zwischen legitimer theologischer Diskussion und kirchentrennender Grundsatzablehnung präzise zu unterscheiden.

VI. Die Ostkirchen als Schlüssel legitimer Vielfalt
Eine besondere Bedeutung kommt in dieser Debatte den katholischen Ostkirchen zu.
Die Ostkirchen zeigen, dass katholische Einheit nicht Uniformität bedeutet. Sie besitzen eigene Liturgien, eigene Spiritualitäten, eigene kirchliche Disziplinen, eigene Traditionen und stehen dennoch vollständig in der Communio mit Rom.

Natürlich lassen sich die katholischen Ostkirchen nicht einfach mit traditionsverbundenen lateinischen Gruppen vergleichen. Dennoch besitzen sie eine enorme hermeneutische Bedeutung. Sie zeigen: Katholische Einheit bedeutet nicht Gleichförmigkeit, sondern geordnete Vielfalt.

Gerade die lateinische Kirche hat in den letzten Jahrzehnten oft den Eindruck erzeugt, Einheit müsse primär durch Vereinheitlichung gesichert werden. Doch eine solche Sicht ist letztlich zu eng. Die Kirche ist ihrem Wesen nach eine communio Ecclesiarum — eine Gemeinschaft verschiedener kirchlicher Traditionen innerhalb derselben sakramentalen Einheit.

Daraus ergibt sich eine wichtige Konsequenz: Legitime liturgische Andersheit darf nicht automatisch als Gefahr behandelt werden. Wo legitime Räume fehlen, entstehen fast zwangsläufig illegitime Parallelräume.

VII. Ein realistischer kirchenrechtlicher Weg der Versöhnung
Eine wirkliche Lösung der gegenwärtigen Krise kann nur mehrdimensional sein. Weder reine Disziplinarmaßnahmen noch bloße diplomatische Gespräche reichen aus.

Ein realistischer Weg müsste mehrere Elemente miteinander verbinden.

1. Verzicht auf weitere unerlaubte Bischofsweihen
Die Priesterbruderschaft müsste auf weitere Weihen ohne päpstliches Mandat verzichten. Dies wäre kein „Sieg Roms“, sondern ein geistlicher Akt zugunsten der sichtbaren Einheit der Kirche.

2. Öffentliche Anerkennung legitimer Traditionsbindung
Rom müsste gleichzeitig deutlich machen: Die Bindung an die ältere Liturgie ist nicht an sich problematisch oder anti-konziliar. Traditionsverbundene Katholiken dürfen sich nicht wie bloß geduldete Randgruppen fühlen.

3. Ein methodisch präziser theologischer Dialog
Der Dialog müsste klar strukturiert werden: 1. Hermeneutik des Konzils, 2. Religionsfreiheit, 3. Verhältnis von Tradition und Entwicklung, 4. Liturgiereform, 5. Primat und Kollegialität, 6.Verbindlichkeitsgrade konziliarer Aussagen.

Dabei müsste gelten: Das Konzil bleibt verbindlicher Teil des katholischen Lehramts.

Aber seine Interpretation darf und muss in Kontinuität mit der Tradition vertieft werden.

4. Eine stabile kanonische Struktur
Seitens Roms müsste langfristig eine kirchenrechtlich klare Personalstruktur in Aussicht gestellt werden. Dazu würde gehören: 1. mit approbierter Liturgie, 2. geregelter Priesterausbildung, 3. klarer Jurisdiktion, 4. transparenter Beziehung zu den Ortsbischöfen und 5. mit ausdrücklicher Anerkennung der sichtbaren Communio mit Papst und Episkopat.

Die Kirche braucht keine dauerhaften Grauzonen, sondern geordnete Räume legitimer Vielfalt.

VIII. Die eigentliche Aufgabe: Heilung der Communio
Die Kirche steht heute vor einer historischen Bewährungsprobe.

Sie darf weder ihre eigene Tradition verlieren, noch institutionelle Parallelität dauerhaft normalisieren.

Sie muss vielmehr lernen, Wahrheit und Versöhnung zusammenzuhalten.

Dazu braucht es: Klarheit ohne Härte, Geduld ohne Beliebigkeit, Tradition ohne Trotz, Reform ohne Gedächtnisverlust, Einheit ohne Uniformität.

Die Eucharistie bleibt dabei der eigentliche Schlüssel. Denn die Kirche lebt nicht aus Parteien, Milieus oder Ideologien. Sie lebt aus Christus.

Die Eucharistie baut die Kirche. Und darum kann auch die Heilung der gegenwärtigen Krise letztlich nur eucharistisch sein: ein Weg der Wahrheit, der Geduld, der Ordnung, der Liebe und der sichtbaren Communio.

Die „Katholische Glaubenserklärung“ vom 14. Mai 2026 zeigt, dass trotz aller Spannungen noch immer eine gemeinsame tragfähige katholische Basis existiert. Gerade deshalb wäre eine endgültige Verfestigung der Trennung eine geistliche Tragödie.

Beide Seiten sind jetzt aufgerufen, die Chance zu nutzen und alles zu tun, wie der Herr sagt: UT UNUM SINT – auf dass doch alle eins seien! Die Stunde verlangt daher weder triumphalistische Siege noch resignative Härte, sondern geistliche Reife.

Die eigentliche Aufgabe der Kirchen in dieser Zeit ist: nicht bloß Konflikte zu verwalten, sondern Wege wirklicher kirchlicher Heilung zu eröffnen.
Denn die Kirche Christi ist nicht berufen, eine fragile Koexistenz konkurrierender Lager zu sein, sondern eine von Christus geeinte Communio, in der Wahrheit, in der Tradition, in der Einheit einer gelebten Katholizität zusammenzubleiben.

Archimandrit Dr. Andreas-Abraham Thiermeyer ist der Gründungsrektor des Collegium Orientale in Eichstätt. Er ist Theologe mit Schwerpunkt auf ökumenischer Theologie, ostkirchlicher Ekklesiologie und ostkirchlicher Liturgiewissenschaft. Er studierte in Eichstätt, Jerusalem und Rom, war in verschiedenen Dialogkommissionen tätig. Er veröffentlicht zu Fragen der Ökumene, des Frühen Mönchtums, der Liturgie der Ostkirchen und der ostkirchlichen Spiritualität. Weitere kath.net-Beiträge von ihm: siehe Link.
 


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Lesermeinungen

lesa vor 23 Stunden: Veni Creator Spiritus

@anthony: Stichwort Pius V. ...

Hier ein Kommentar: "Das römische Meßbuch ist das erhabenste und bedeutendste Werk der Kirchlichen Literatur, der wahrheitsgetreue Spiegel, des Lebens der Kirche, das heilige Lied, an dessen Vollendung Himmel und Erde mitgewirkt haben." (I. Schuster, 1996 seliggesprochen.)

Buchempfehlung:

Michael Fiedrovicz, Die überlieferte Messe
Geschichte, Gestalt und Theologie des klassischen römischen Ritus

Michael Fiedrovicz ist Professor für Patrologie und christliche Archäologie,. Professor für Kirchengeschichte des Altertums,

@Thomas Moore: Danke für Ihren Einwand. Eine gewisse sophistische bzw "romantische" Darstellung kann manipulativ und irreführend sein ...

@Bruder Konrad: Danke für den Kommentar.

discipulus vor 26 Stunden: @ThomasMoore: Fehlendes Verständnis

Nun ja, ich denke schon, daß das Anliegen von SP gerade auch von bestimmten Kreisen der Anhänger des alten Meßbuches nicht verstanden wurde. Um es an einer konkreten Erfahrung festzumachen: Vor einigen Jahren moderierte ich eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema. Als Schlußfrage griff ich das Anliegen von PP Benedikt XVI. auf, der einmal sagte, er wünsche sich, daß die beiden Formen des römischen Ritus sich gegenseitig bereicherten, und frage, wie die Vertreter das für die von ihnen favorisierte Form des Ritus sähen. Der Vertreter romtreuen einer geistlichen Gemeinschaft, die ausschließlich das alte Meßbuch verwendet, antwortete, vom neuen Meßbuch können man nur lernen, wie es nicht gehe. Diese Haltung ist es, die TC notwendig machte.

ThomasMoore vor 28 Stunden: Ostkirchen als Schlüssel für geeinte Vielfalt?

Das sehe ich anders. Gerade seit der Verleihung der Autokephalie an die Urkainische Orthodoxe Kirche ist die Spaltung zwischen Byzanz und Moskau so tief wie nie. Insbesondere die Russsisch-Orthodoxe Kirche agiert seit dem Ukrainekrieg immer mehr als Nationalkirche.

Zitat: "Die Kirche dürfe niemals den Eindruck erwecken, als sei das, was früher heilig war, plötzlich verdächtig oder minderwertig geworden."

Ja, das ist nicht nur ein Problem in der Liturgie. Insbesondere wenn auch sog. "progressive" Pfarrgemeinderäte und selbst Priester erklären, dass die Lehrsätze des Konzil von Trient heute keine Bedeutung mehr haben. Das Anliegen von Summorum Pontificum wurde auch von den Bischöfen offenbar nicht verstanden, oder abgelehnt. Nur so läßt sich "Traditiones Custodies" erklären, das das klare Ziel hat Summorum Pontificum praktisch außer Kraft zu setzen. Manche Bischöfe schießen dabei auch gern übers Ziel hinaus, wenn sie Zelebration versus Deum, Kommunionbänke, usw. verbieten..

Christine vor 2 Tagen: Fundierte Analyse der Glaubenserklärung der Piusbruderschaft

Der Arzt und Publizist Pedro Gabriel erklärt nachvollziehbar die Irrtümer der Piusbruderschaft und zeigt die Rechtgläubigkeit der beanstandeten Passagen Roms auf.

www.youtube.com/watch?v=4OAtZ0aM2Pw

rosenstaedter vor 2 Tagen: Wer kümmert sich um das "Seelenheil" der Gläubigen der Pius-Bruderschaft?

Ist es nicht auch die Aufgabe von Rom und dem Bistums-Bischof sich um diese Herde der Gläubigen zu kümmern!

Ihnen den Weg zurück zur Römisch-Katholischen Kirche aufzuzeigen, Barmherzigkeit walten zu lassen:

1. Wer nur den lieben Gott läst walten
Und hoffet auf Ihn allezeit
Der wird Ihn wunderlich erhalten
In aller Noht und Traurigkeit.
Wer Gott dem Allerhöchsten traut
Der hat auf keinen Sand gebaut.

2. Was helfen uns die schweren Sorgen?
Was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es daß wir alle Morgen
Beseuftzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreutz und Leid
Nur größer durch die Traurigkeit.

3. Man halte nur ein wenig stille
Und sey doch in sich selbst vergnügt
Wie unsres Gottes Gnadenwille
Wie sein’ Allwissenheit es fügt
Gott der uns Ihm hat auserwehlt
Der weis auch sehr wohl was uns fehlt."

Text aus Wikipedia.

antony vor 2 Tagen: @discipulus: Und auch die Göttliche Liturgie war nicht die Ursprüngliche aus Jerusalem.

Die war nämlich vermutlich nicht auf Griechisch. Und leider wissen wir nur Bruchstücke der.Liturgie der Urgemeinde.

discipulus vor 2 Tagen: @rosenstaedter: Entwicklung

Ja, der römische Ritus wurde 1570 nicht neu geschaffen, das stimmt.

Aber er hatte sich zuvor rund tausend Jahre entwickelt, mit mehreren sehr radikalen Brüchen, insbesondere im 9. Jahrhundert. Das, was 1570 das Missale Pius V. wurde, ist nicht einfach wortgleich identisch mit dem römischen Ritus um das Jahr 200, um das Jahr 500, um das Jahr 800 und um das Jahr 1200. Dazwischen gab es jeweils Weiterentwicklungen und auch scharfe Brüche. Weit mehr übrigens als in den Liturgien der Ostkirche. Die göttliche Liturgie des hl. Johannes Chrysostomos ist weit weniger verändert worden. Wenn eine Liturgie den Anspruch auf den Titel "Messe aller Zeiten" erheben wollte, dann am ehesten diese.

rosenstaedter vor 2 Tagen: Hatte Papst Benedikt XVI die Pius-Bruderschaft offiziell anerkannt?

@lesa

Wenn ja, dann gibt es offizielle und gültige Dokumente!

Zitat KI:

"Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet.

Die kirchliche Genehmigung („Erlaubnis“) erfolgte zunächst durch den damaligen Ortsbischof:

François Charrière erkannte die Bruderschaft am 1. November 1970 kanonisch als „pia unio“ (fromme Vereinigung) an.

Der Papst war damals:

Papst Paul VI.

Wichtig ist aber:

Die Anerkennung geschah nicht direkt durch den Papst persönlich, sondern durch den zuständigen Diözesanbischof.

Später kam es zu schweren Konflikten zwischen der Bruderschaft und Rom, besonders wegen der Ablehnung mancher Reformen des Zweites Vatikanisches Konzil.

Papst Johannes Paul II. verurteilte die unerlaubten Bischofsweihen.

Papst Benedikt XVI. hob 2009 die Exkommunikation der vier Bischöfe auf und erleichterte die Feier der alten Messe.

Papst Franziskus gewährte Priestern der Bruderschaft teilweise gültige Vollmachten,..."

Bruder Konrad vor 2 Tagen: „Die Erneuerung der Liturgie war ein positives Anliegen des Heiligen Geistes“ ?

@Veritasvincit

Na ja, diese Bahauptung scheint mir mehr Wunschdenken oder Rechtfertigungsstrategie zu sein.

Oder gibt es dafür nachvollziehbare Anzeichen/ Belege?

rosenstaedter vor 2 Tagen: "Wie oft erfolgten Änderungen bei der Tridentinischen Messe"?

Zitat KI

"Wichtig:

Viele ältere lokale Riten wurden abgeschafft.

Sehr alte Riten (älter als 200 Jahre), etwa der ambrosianische Ritus, durften bleiben.

Die Grundstruktur der Messe war bereits vorher gewachsen und wurde nicht komplett neu erfunden.
2. Kleinere Revisionen im 17.–19. Jahrhundert

Mehrere Päpste nahmen Korrekturen vor:

Papst Clemens VIII. (1604)
Papst Urban VIII. (1634)

Änderungen:

Rubriken präzisiert
Gebete sprachlich angepasst
Kalender der Heiligenfeste verändert

Die eigentliche Messordnung blieb nahezu gleich.

3. Reformen von Pius X. (1903–1914)

Papst Pius X. führte bedeutendere liturgische Reformen ein:

Neuordnung des Breviers
Änderungen im Kirchenkalender
Förderung des häufigen Kommunionempfangs
Frühkommunion für Kinder

Die eigentliche Messform blieb aber weiterhin tridentinisch."

Häufiger Kommunionempfang auch für Kinder, Dank Pius X!

rosenstaedter vor 2 Tagen: Die "Tridentinische Messe" wurde erst 1570 eingeführt

@lesa

Zitat KI

"Die tridentinische Messe wurde nach dem Konzil von Trient offiziell eingeführt. Maßgeblich war das Jahr 1570, als Papst Pius V. das Messbuch Missale Romanum veröffentlichte. Dies geschah durch die päpstliche Bulle „Quo primum“.

Ziel war es, die Liturgie in der katholischen Kirche zu vereinheitlichen, besonders als Reaktion auf die Reformation. Die Messe selbst entstand nicht neu, sondern standardisierte den bereits bestehenden römischen Ritus."

Christine vor 3 Tagen: Between Rome and Rebellion: A History of Catholic Tradition from Yves Chiron 2024

Yves Chiron erhielt die Erlaubnis von Bischof Tissier de Mallerais, den Text in der französischen Originalausgabe von 2022 zu veröffentlichen. Dieser sehr wichtige Text, der heute noch verwendet wird, wurde nie veröffentlicht.

"Erklärung der Treue zur Priesterbruderschaft desHeiligen Pius X

Ich, der Unterzeichnende (N.),
anerkenne (N.) als Papst der heiligen katholischen Kirche...
Ich weigere mich, ihm zu folgen, wenn er von der katholischen Tradition abweicht, insbesondere in Fragen der Religionsfreiheit und der Ökumene, sowie in Reformen, die für die Kirche schädlich sind.

Ich gestehe zu, dass nicht alle nach dem neuen Ritus gefeierten Messen ungültig sind. Angesichts der schlechten Übersetzungen des Novus Ordo Missæ, seiner Zweideutigkeit, die seine Interpretation im protestantischen Sinne begünstigt, und der Pluralität der Art und Weise, wie sie gefeiert wird, erkenne ich jedoch an, dass die Gefahr der Ungültigkeit sehr groß ist.

"Ich bestätige, dass der neue Ritus der Messe...

onepeterfive.com/the-sspx-oath-of-fidelity/

antony vor 3 Tagen: @lesa: Was heißt “Messe aller Zeiten“? Hat man nach Pfingsten in Jerusalem Tridentinische…

… Messe gefeiert? Also in der Zeit der Apostelgeschichte? In Israel auf Latein, in der Sprache der fremden Besatzer?

Falls die Antwort, wie ich annehme, „Nein“ lautet, ist es nicht die „Messe aller Zeiten“.

tieviekath vor 3 Tagen: Wie geht es weiter?

Vielen Dank für Ihre ausführlichen Darlegungen zu den verschiedenen Dimensionen , die mit dieser Auseinandersetzung verbunden sind. Mir fiel dazu auch noch etwas sehr Praktisches ein: Beide Seiten müssen, wenn es zu einer Einigung kommen kann, vertrauensbildende Maßnahmen durchführen. Bezogen auf den Vatikan : Gibt es wohl eine verlässliche Zusage zum Fortbestand der Priesterbruderschaft mit ihrem Charisma innerhalb der Kirche? Wenn der Eindruck entstünde, dass nur auf eine biologische Lösung des Problems gewartet würde (Tod eines weiteren FSSPX-Bischofs) , ist bei aller notwendigen theologischen Diskussion eine Einigung und Aufweichung der harten Fronten sehr schwer vorstellbar.

lesa vor 3 Tagen: Verkehrung von Tatsachen ändert die Wahrheit nicht

@Veritas Vincit: Sie ziti
"Papst Ben. XVI. hat diese Problematik klar erkannt. Sein Anliegen war nicht Nostalgie, sondern Kontinuität. Die Kirche dürfe niemals den Eindruck erwecken, als sei das, was früher heilig war, plötzlich verdächtig oder minderwertig geworden."

Aber das hat doch Benedikt XVI gesagt!
Was schieben Sie denn die Formulierung, die ihnen nicht gefällt, den Piusbrüdern unter? Es Benedikt darum, dass durch die unrechtmäßige Verdrängung des VO. der Eindruck entstanden war, nur der NO sei der Richtige.
Haben all die Vielen, die in den letzten Jahren die Messe aller Zeiten bevorzugen, den "Fehlenden Blick" für diese Erneuerung wie "die Piusbrüder", denen die Kirche verdankt, dass diese Kostbarkeit, die Messe aller Zeiten, der Kirche erhalten geblieben ist und bleibt? Welcher Ritus"verzeichnet fortalufenden Erfolg" Welcher Ritus hat viel Zulauf?
Ihre vermutlich wieder phantasievolle Atnwort zu lesen, spare ich mir.
Nur ein Rat. "Bevor du redest, unterrichte dich!" (Spr)

discipulus vor 3 Tagen: Gute, bedenkswerte Ansätze

Vieles, was im Text vorgeschlagen wird, kann ich nur unterstützen. Hier wird ein Weg aufgezeigt, der eine Gruppe, die am Rande des Schismas steht, wieder in die Kirche integrieren könnte. Ob sie sich auch integrieren lassen will?

In einem aber irrt der Autor. Daß sich die Piusbruderschaft nicht als "neue Kirche" versteht, sondern den tradierten Glauben bewahren will, ist keine Besonderheit, sondern steht am Anfang fast jeder Häresie und fast jeden Schismas. Das haben 1871 die Altkatholiken von sich behauptet, ebenso Martin Luther und die sog. Reformatoren des 16. Jahrhunderts, Jan Hus ebenso wie John Wycliff und die Katharer, Nestorius nicht anders als die Anhänger des Arius. All jene warfen der Kirche oder Rom vor, von der tradierten Lehre abgewichen zu sein und nur den überlieferten Glauben bewahren zu wollen. Deshalb gibt es den überlieferten Glauben nie anders als in der autoritativen Auslegung durch das päpstliche Lehramt.

Veritasvincit vor 3 Tagen: Der Geist weht

Die Erneuerung der Liturgie war ein positives Anliegen des Heiligen Geistes. Leider hatte die Piusbruderschaft keinen Blick dafür.

Christine vor 3 Tagen: Parallelstrukturen

Die Parallelstrukturen sind bereits vorhanden.

Sie handeln völlig autonom, seit Jahrzehnten, ohne nennenswerte Korrektur.

In einem Interview der Zeitung „Présent“ vom 27.06.2015 bekräftigte Bischof Fellay, dass "die Verleihung des Richteramtes.. Teil einer seit über zehn Jahren bestehenden Praxis sei".

Die Bruderschaft St. Pius X. anerkennt weder den Katechismus der katholischen Kirche von 1992 (!) noch die Enzykliken (!) oder andere lehramtliche Entscheidungen (!), die seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil veröffentlicht wurden.

In den Formulierungen der sogenannten Glaubenserklärung stecken Zweideutigkeiten und eine ganz andere Agenda, als es, oberflächlich betrachtet, scheint. (das, was immer den deutschen Bischöfen vorgehalten wurde, praktizieren sie nun selbst)

Der "Teufel" steckt "im Detail"!

Veritasvincit vor 3 Tagen: Fehlinterptretation

*Papst Benedikt XVI. hat diese Problematik sehr klar erkannt. Sein Anliegen war nicht Nostalgie, sondern Kontinuität. Die Kirche dürfe niemals den Eindruck erwecken, als sei das, was früher heilig war, plötzlich verdächtig oder minderwertig geworden."

Dass die erneuerte Liturgie die alte Liturgie verdächtig oder minderwertig mache, ist eine Erfindung der Piusbrüder.

Stefan Fleischer vor 3 Tagen: Wichtig scheint mir auch der Kommentar von Parcival vor Kurzem hier:

Wenn die Pius-Bruderschaft diesen Weg fortsetzt, besteht die reale Gefahr, dass sie sich schrittweise zu einer eigenständigen kirchlichen Parallelstruktur entwickelt.
Solche Entwicklungen begannen nie mit einer offenen Lossagung von der Kirche, sondern mit der Überzeugung, die rechtmäßige kirchliche Autorität erfülle ihre Sendung nicht mehr zuverlässig und außerordentliche Maßnahmen seien notwendig, um den wahren Glauben zu bewahren. Genau dieses Muster zeigt sich in der Kirchengeschichte immer wieder. Gruppen, die zunächst nur die Tradition schützen wollten, gelangten mit der Zeit zu der Überzeugung, nur noch sie se[bst repräsentierten die authentische Kirche. Die Palmarianische Kirche ist ein besonders drastisches Beispiel, das mit einer vollständig separaten Struktur mit eigenem Papst, Hierarchie und Lehrsystem endete. Die innere Logik ist stets diese[be: Wird die sichtbare Kirche als unzuverlässig angesehen, verlagert sich die Autorität schrittweise auf die eigene Gemeinschaft.

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