kath.net katholische Nachrichten

Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp


Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst

9. Juni 2026 in Deutschland, 9 Lesermeinungen
Artikel versenden | Tippfehler melden


Zu Fronleichnam waren weit über 1.000 junge Menschen zusammengekommen, um unter dem Leitwort „Eucharistie als Quelle unserer Einheit“ ihren Glauben lebendig zu erfahren und tiefe Gemeinschaft zu erleben.


Köln (kath.net/gem/rn)
Mit einem feierlichen Pontifikalamt im Kölner Dom ist die Eucharistische Konferenz „kommt & seht“ m vergangenn Wochenende offiziell zu Ende gegangen. Zu Fronleichnam waren weit über 1.000 junge Menschen zusammengekommen, um unter dem Leitwort „Eucharistie als Quelle unserer Einheit“ ihren Glauben lebendig zu erfahren und tiefe Gemeinschaft zu erleben. In seiner Abschlussgpredigt legte der Kölner Erzbischof, Rainer Maria Kardinal Woelki, ein kraftvolles Zeugnis für das Sakrament des Altars ab: Die Eucharistie sei keine bloße menschliche Tischgemeinschaft, sondern die reale Teilhabe am Leben des dreifaltigen Gottes.

Kardinal Woelki betonte laut "Domradio", dass von dem einen Altar alle dasselbe Brot empfangen – doch in diesem Brot reiche Christus nicht nur Nahrung, sondern sich selbst. Durch dieses eucharistische Opfer füge Er die Gläubigen zur Einheit seines Leibes, der Kirche, zusammen. In seiner theologischen Einordnung knüpfte der Erzbischof an das hohepriesterliche Gebet Jesu an: „Alle sollen eins sein, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin.“ Wer den Sohn empfange, empfange in ihm auch den Vater. Zur Veranschaulichung zitierte Woelki den heiligen Hilarius von Poitiers und verwies auf die heilige Mystikerin Veronika Giuliani. Diese habe im Allerheiligsten Sakrament stets den dreieinigen Gott erkannt: den Vater in seiner Allmacht, den Sohn in seiner Weisheit und den Heiligen Geist in seiner Liebe. „Jedes Mal, wenn ein Mensch die Kommunion empfange, werde seine Seele und sein Herz zum Tempel der Dreifaltigkeit“, so Woelki. Mit Gott ziehe gleichsam „das ganze Paradies“ in den Menschen ein. Auch die berühmte Dreifaltigkeitsikone von Andrej Rubljow zeige diese Einladung Gottes, in Ihm zu wohnen.

Aus dieser tiefen eucharistischen Begegnung leitete der Kölner Erzbischof einen klaren missionarischen Auftrag für den Alltag ab. Die Teilnehmer sollten nicht nur schöne Erinnerungen mit nach Hause nehmen, sondern die Liebe und Barmherzigkeit Christi konkret in die Welt tragen. Bezugnehmend auf das Evangelium von der Berufung des Matthäus erinnerte er daran, dass Jesus sich nicht den vermeintlich Vollkommenen zuwende, sondern den Sündern und Kranken, die des Arztes bedürfen. Um diese Liebe im Alltag lebendig zu halten, schlug Woelki den Jugendlichen ganz konkrete geistliche Schritte vor:  Täglich einen Abschnitt aus der Heiligen Schrift lesen, eine persönliche Fürbitte für einen Mitmenschen sprechen,einige Minuten der Stille vor Gott halten,   Mitmenschen mit bewusster Aufmerksamkeit und helfender Hand begegnen.

Solche kleinen Schritte veränderten die innere Haltung grundlegend. Zudem rief der Kardinal dazu auf, vor Ort kleine Glaubensgemeinschaften zu bilden, um die Heilige Schrift zu lesen, sich gegenseitig im Glauben zu stärken und über die „Schritte der Liebe“ auszutauschen.

Das Glaubensfest, das neben Anbetungszeiten und heiligen Messen auch hochkarätige Keynotes und inspirierende Workshops bot, stand ganz im Zeichen des Miteinanders. Kardinal Woelki unterstrich die gesellschaftliche Relevanz des Kongresses: „In einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannungen und Vereinzelung spürbar zunehmen, will das Treffen daran erinnern, dass die Eucharistie im katholischen Glauben jene Mitte ist, aus der Verbundenheit, Hoffnung und Solidarität erwachsen. Sie stiftet Gemeinschaft, überwindet Grenzen und eröffnet einen Raum, in dem Menschen sich getragen fühlen dürfen.“ Das Motto „Welcome home“ sei dabei für jeden Teilnehmer spürbare Haltung gewesen.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

Tweet 




Lesermeinungen

lakota 11. Juni 2026: @Werter Stefan Fleischer,

das wäre alles unnötig, hätte man nach dem 2.Vat.Konzil und der Liturgiereform nicht die Kommunionbänke herausgerissen, dann hätte es die heutige Verwirrung nie gegeben, dann würden alle noch einträchtig nebeneinander kniend die Kommunion empfangen. (Und Ältere wie ich, könnten kniende Mundkommunion empfangen - und danach AUFSTEHEN - was vom Boden nicht mehr möglich ist.)

Stefan Fleischer 9. Juni 2026: Für mich ist es himmeltraurig,

dass wir uns am Tisch des Herrn gegenseitig stigmatisieren oder gar verketzern. Schliesslich sind verschiedene Formen des Kommunionempfangs in unserer Kirche erlaubt. Solchen Stigmatisierungen und/oder Verketzerungen bemühe ich mich auszuweichen, indem ich dieses Heilige Sakrament so empfange, wie es in der entsprechenden Gemeinde bz. Gemeinschaft üblich ist.
Schwierig wird es jeweils dort, wo (wie in einer Gemeinde, in welcher ich aus verschiedenen Gründen oft meine Sonntagspflicht erfülle) die Gläubigen in einer Reihe zum Priester, der vorne steht, kommen, und dann die einen stehend, die anderen (auf dem Boden) kniend, die einen als Handkommunion, die anderen als Mundkommunion, die eine mit einer Kniebeugung direkt vor dem Spender, andere ohne, oder vor UND nach dem Empfang des Leibes Christi kommunizieren. Dass sich so immer einzelne stigmatisiert oder gar verketzert vorkommen müssen, ist für mich verständlich. Mir kommt dann immer wieder in den Sinn: «Seht, wie sie einander lieben

naiverkatholik 9. Juni 2026: Woelkis Hirtenbrief zum Fronleichnams-Glaubensfest 2025-2029...

...ist anbei verlinkt.

www.erzbistum-koeln.de/export/sites/ebkportal/erzbistum/erzbischof/.content/documentcenter/predigten_rcw/hirtenbriefe/250619_rcw_hirtenbrief_fronleich

SalvatoreMio 9. Juni 2026: Stigmatisiert

@Hope F.: Das ist alles Andere als schön! Doch es kommt er Tag, wo es diesen Leuten leidtun wird. Nicht drum kümmern, nur für sie beten! - Ich bin seit über 60 Jahren das "Schwarze Schaf" der Familie und habe den Eindruck, dass ich die Zufriedenste von allen bin. Hauptsache, wir sind Christus treu - bemühen uns zumindest darum!

Hope F. 9. Juni 2026: Erfolg und Hoffnungszeichen zugleich

Mich freut dieser Erfolg für Kardinal Woelki. Zugleich ist es ein Hoffnungszeichen für die Katholiken in Deutschland und ein sichtbares Zeichen für die Ehrfurcht vor Gott.
Leider wird man in unserer Gemeinde stigmatisiert, wenn man Mundkommunion empfangen möchte.

SalvatoreMio 9. Juni 2026: 1000 junge Leute bei der Wandlung auf dem Boden kniend?

@naiverkatholik: man mag es kaum glauben, doch es bringt Hoffnung. Danke sehr, auch für alle die Hinweise.

Jörgen 9. Juni 2026: Ein Zeichen des Aufbruchs

und Hoffnung für die katholische Kirche in Deutschland.
Natürlich von katholisch.de weitgehend ignoriert, was will man erwarten.

Stefan Fleischer 9. Juni 2026: Ja, die Dreifaltigkeit.

Es ist m.E. dringend nötig, dass unsere Kirche sich wieder auf ihre ganze, ungekürzte und ungeschönte Lehre besinnt und diese wieder verkündet. Themen wie die Dreifaltigkeit, die Erlösung, die letzten Dinge etc., welchen in der Verkündigung der letzten Zeit sehr nachlässig behandelt, wenn nicht gar de facto geleugnet werden, müssen wieder aufs Tapet kommen. Denn nur der ganze Glaube ist der wahre Glaube, so wie nur der ganze Gott der wahre Gott sein kann. Wir nennen uns katholisch, allumfassend. Glaubwürdig sind wir so aber nur, wenn auch unsere Verkündigung wieder katholisch, allumfassend ist. Und, ist es nicht die Schönheit unseres Glaubens, dass er so umfassend, so allumfassend ist, dass er für jeden Menschen in seiner persönlichen Gottesbeziehung, in seinem ganzen Leben, in allen Situationen seines Lebens, darin Halt und Trost und Hilfe finden kann.

naiverkatholik 9. Juni 2026: Glaubensfestival. Eucharistisches Festival. Anmeldungen 2027 freigeschaltet

War da. Empfehlenswert. Die Anmeldezahlen insgesamt sind wesentlich höher als die oben genannte Zahl der zwischenzeitlich aktuell Anwesenden. Beeindruckend ist es, wenn 1000 junge Leute sich bei der Wandung oder bei der eucharistischen Anbetung auf den Boden knienen, ohne Kniebänke. Klassische katholische Elemente sind verbunden mit moderner Eventkultur mit Bühne in der X-Posthalle. 60 Priester zogen bei Eröffnungsmesse mit ein. Viele davon sind Nicht-Kölner. Sie bringen auch junge Leute aus ganz Deutschland mit.Festival ist jährlich zunächst bis 2029 zur 750-Jahrfeier der weltweit ersten Fronleichnamsprozession in Köln. Immer FR + SA nach Fronleichnam. Anmeldungen für 28.+29.Mai 2027 laufen, siehe Link. Kommt und seht!

www.cvents.eu/de/kommt-seht-koeln-28-29-mai-2027-deine-zeit-fuer-gott-dich-begegne-jesus-in-der-eucharistie-koeln-28052027

Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.


© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz