
Aktuelles | Chronik | Deutschland | Österreich | Schweiz | Kommentar | Interview | Weltkirche | Prolife | Familie | Jugend | Spirituelles | Kultur | Buchtipp

vor 9 Stunden in Chronik, keine Lesermeinung
Artikel versenden | Tippfehler melden
Neue Berichte deuten darauf hin, dass Hitchcocks Verbundenheit mit der Kirche, auch wenn sie sich nicht immer durch regelmäßige religiöse Praxis äußerte, bis an sein Lebensende Bestand hatte.
London (kath.net/Opoka/KAI/pl) Neue Berichte, die im Zuge der Veröffentlichung des Buches „A Century of Hitchcock“ zusammengetragen wurden, stellen die weit verbreitete Ansicht infrage, der berühmte Filmemacher habe seinen katholischen Glauben im Erwachsenenalter aufgegeben; dies schreibt der Autor des Buches, Tony Lee Moral, im „Catholic Herald“.
Der Autor führt Aussagen von Geistlichen und Familienangehörigen an, die darauf hindeuten, dass die Verbundenheit des Regisseurs mit der Kirche – auch wenn sie sich nicht immer durch regelmäßige religiöse Praxis äußerte – bis an sein Lebensende Bestand hatte.
Filme mit tiefgründigen moralischen Themen
Alfred Hitchcock (1899–1980), der in einer katholischen Familie in Ost-London aufwuchs, behandelte in seinen Filmen häufig Themen wie Schuld, Gewissen, Vergebung und Erlösung. Diese Motive finden sich in Werken wie „I Confess“ (Ich bekenne), „The Wrong Man“ (Der falsche Mann), „Vertigo“ und „Marnie“.
Tony Lee Moral merkt an, dass Biografien – darunter jene von Donald Spoto – jahrelang die Auffassung vertraten, der Regisseur habe sich von der Kirche entfernt und vor seinem Tod die Sakramente abgelehnt. Jüngste Augenzeugenberichte widersprächen dieser Interpretation jedoch, so der Autor.
Heilige Messe in Hitchcocks Haus
Der Autor von „A Century of Hitchcock“ erinnert an die Schilderungen von Pater Mark Henninger SJ, der gemeinsam mit Pater Tom Sullivan SJ in den letzten Lebensmonaten des Regisseurs in dessen Haus in Bel Air die Heilige Messe feierte. Auch die Ehefrau des Regisseurs, Alma Hitchcock, nahm an der Liturgie teil. Schriftwechsel mit seiner Enkelin werfen weiteres Licht auf das religiöse Leben des Filmemachers. Ihren Angaben zufolge betrachtete sich Hitchcock als Katholik und achtete darauf, dass seine Familie eine religiöse Erziehung erhielt. Er bestand darauf, dass seine Enkelkinder die Sonntagsmesse besuchten; einmal fuhr er sie sogar selbst zur Kirche, obwohl er normalerweise nicht Auto fuhr.
Diese Darstellung wurde von dem Dominikaner Pater Nicholas Ingham OP bestätigt, der nach der Veröffentlichung von Henningers Artikel im Jahr 2012 seine eigenen Erinnerungen schilderte. Er berichtete, die Tochter des Regisseurs, Patricia Hitchcock O'Connell, habe erzählt, ihr Vater habe seine Enkelkinder regelmäßig in die Kirche „Good Shepherd“ in Beverly Hills mitgenommen. Ingham widersprach zudem der weitverbreiteten Ansicht, Hitchcock habe eine Abneigung gegen den Klerus gehegt, und verwies auf dessen langjährige Freundschaft mit dem Jesuitenpater Joseph O’Donnell.
Auf dem Weg zu einem tieferen Glauben
Nach Auffassung von Henninger ist die Darstellung Hitchcocks als eines Mannes, der seinen Glauben völlig aufgegeben hatte, eine unzulässige Vereinfachung. Er vertritt die Ansicht, dass die letzten Lebensjahre des Regisseurs nicht von einer dramatischen Bekehrung geprägt waren, sondern vielmehr von einer Vertiefung von Überzeugungen, die er bereits seit seiner Jugend hegte.
Alfred Hitchcock starb am 29. April 1980 im Alter von 80 Jahren. Seinem Wunsch entsprechend fand in der Kirche „Church of the Good Shepherd“ in Beverly Hills eine katholische Trauerfeier statt, an der Familie, Freunde und Kollegen teilnahmen.
Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!
Um selbst Kommentare verfassen zu können nützen sie bitte die Desktop-Version.

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz