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Französischer Bischof: Sterbehilfe ist Angriff auf gesamte Gesellschaft

vor 14 Stunden in Prolife, 3 Lesermeinungen
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Französischer Lebensschutz-Bischof Rouge auf "communio.de" zur Legalisierung der Sterbehilfe in Frankreich: "Was auf dem Spiel steht, ist unser Verhältnis zum Leben"


Freiburg/Wien (kath.net/KAP) Als einen Angriff auf die gesamte Gesellschaft hat der französische Bischof Matthieu Rougé die Entscheidung der französischen Nationalversammlung für die Freigabe aktiver Sterbehilfe und des begleiteten Suizids bezeichnet. "Was auf dem Spiel steht, ist unser Verhältnis zum Leben", sagte der in der französischen Bischofskonferenz für Fragen der Bioethik, des Lebensschutzes und des Lebensendes zuständige Bischof im Interview auf "communio.de" (Mittwoch): "Die Legalisierung der Sterbehilfe, die die grundlegende Achtung vor dem Leben des Anderen untergräbt, verletzt die ganze soziale Ordnung und stellt - selbst wenn wir uns dessen nicht bewusst sind - unsere gemeinsame Fähigkeit in Frage, eine Gesellschaft zu bilden."

Die Debatte über das Thema habe Frankreich schon über 20 Jahre lang bewegt - nun jedoch sei die Stimmung gekippt - mit schwerwiegenden Folgen, so der Bischof: "Falls das verabschiedete Gesetz durch den Verfassungsrat und die europäische Rechtsprechung bestätigt wird, wird es aber genau dieses Staatsmodell unserer Republik schwächen, das auf Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in ihrer unverzichtbaren Wechselbeziehung gegründet ist." Man befürchte etwa einen Rückzug des Staates aus dem zentralen Bereich der Palliativmedizin und einen steigenden Druck auf Kranke wie alte Menschen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen.

Leben insgesamt erfährt eine Entwertung


Die Entwicklung sei insgesamt besorgniserregend und in einem größeren Kontext zu sehen, wies Rougé hin: Beispiele aus anderen Ländern würden zeigen, dass der assistierte Suizid nur der erste Schritt für dann folgende weitere Liberalisierungen sei. Und infolgedessen komme es zu einer schrittweisen Entwertung des Lebens an sich: "Für viele unsere Zeitgenossen - sie scheuen sich nicht, es zu sagen - ist es weder heilig noch wirklich wünschenswert. Man sollte sich deshalb nicht darüber wundern, dass es zu sinnlosen Morden durch Jugendliche kommt: Wenn das Leben keinen Wert hat, weshalb sollte man es dann achten? Man kann auf die Geburtenkrise nicht nur mit sozialen oder steuerlichen Maßnahmen antworten, denn es handelt sich um eine Krise der Gründe zu leben und das Leben weiterzugeben."

Enttäuschung äußerte der Bischof auch im Blick auf den Gesetzgebungsprozess: Für katholische Gesundheitseinrichtungen wurde seitens der Regierung ein sogenannter "Einrichtungsvorbehalt" im Gesetzestext zugesagt. Dieser sollte es etwa katholischen Spitälern oder Pflegeheimen ermöglichen, Sterbehilfe in ihren Häusern abzulehnen bzw. Gewissensvorbehalte von Ärzten und Pflegekräften in den Einrichtungen geltend zu machen. Die aktuelle Rechtslage sehe nun vor, dass auch kirchlich getragene Einrichtungen verpflichtet wären, Sterbehilfe in ihren Häusern zuzulassen. "Die Regierung hat uns diesbezüglich Zusicherungen gemacht, die leider nicht eingehalten wurden". Daher habe man gegen das Gesetz nun auch Beschwerde eingelegt, so Rougé.
(Interview im Wortlaut: www.herder.de/communio/gesellschaft/frankreich-legalisiert-die-sterbehilfe-ein-gespraech-mit-bischof-matthieu-rouge-was-auf-dem-spiel-steht-ist-unser-verhaeltnis-zum-leben)

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Lesermeinungen

SalvatoreMio vor 12 Stunden: Aktive Sterbehilfe und andere heiße Eisen

Reflektionen und Diskussionen zu Themen um Leben und Tod sind legitim und wichtig. - Mir ist jetzt aber voll Schrecken aufgefallen, dass auch das viel mit uns macht! Nur ein Beispiel anderen Inhalts: "Familie" war immer "Familie", basta! Das war die
"traditionelle Familie" mit ihren Schwächen. Das ist bereits wie selbstverständlich überwunden. - Im Fokus steht jetzt die "Familie, die man sich so zusammenstellt, wie es passt und wo "die Liebe wohnt". - Bei "Legalisierung der Sterbehilfe" wird sich Ähnliches entwickeln. Ob man es überhaupt verhindern kann? Auf jeden Fall tragen wir Mitverantwortung in unserem Denken, Reden und Handeln, an erster Stelle unsere Kirchenhirten.

Fragender087 vor 12 Stunden: Nun denn

die Kirche hat, nach anfänglichem Widerstand, auch die Verhütung und die Abtreibung akzeptiert. So wird es auch diesmal sein. Ich finde das keineswegs gut so. Aber die Quelle, also der Umgang mit Geburten, ist schon lange vergiftet, das kommt halt irgendwann mal an der Mündung (dem Tod) an. Man seiht sich halt immer zweimal im Leben. Es besteht eine geringe Hoffnung dass es zur Umkehr kommt, hoffen wir.

gebsy vor 13 Stunden: Vergelt's Gott!

Eine klare Ansage, die vereinzelt auch schon auf dem Weg zur Fristenlösung zu vernehmen war.
Das Gewissen der Person ist verantwortlich; wenn dieses in die "FALSCHE RICHTUNG" gebildet ist, bleibt nur der menschliche Ausweg ...

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