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Die iranisch-amerikanische Aktivistin fordert nach dem Anschlag auf den Berliner CSD ein klares Umdenken in der deutschen Politik und Medienlandschaft. Sie warnt vor einer schleichenden Zerstörung der Demokratie
Berlin (kath.net)
Nach dem tödlichen islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD (Christopher Street Day) hat die bekannte iranisch-amerikanische Journalistin und Regimestatthalter-Gegnerin Masih Alinejad (49) schwere Vorwürfe gegen die deutsche Politik, Medien und muslimische Verbände erhoben. In einem Gespräch mit der BILD-Zeitung warnte die unter stehendem Polizeischutz lebende Aktivistin vor einer Verharmlosung des Islamismus aus Gründen der „politischen Korrektheit“.
Alinejad, die selbst seit Jahren auf der Todesliste der Teheraner Mullahs steht und im US-Exil mehrfach nur knapp Entführungs- und Anschlagsversuchen entging, fordert ein konsequentes Durchgreifen der Behörden.
Kritik an Medien und politischer Korrektheit
Im Interview verdeutlichte Alinejad die Problematik im Umgang mit der Bedrohung: Viele Medien böten ihr zwar als „Opfer“ eine Bühne, schreckten jedoch zurück, sobald sie die Täter und deren Ideologie offen benenne. Aus Angst, Kritik am Islamismus könnte von politischen Rändern instrumentalisiert werden, werde die Debatte oft abgewürgt.
„Mein Haus brennt. Meine Familie brennt. Mein Volk wird gehängt. Und ihr gebt mir nicht einmal die Bühne, um zu erzählen, was passiert“, so Alinejad. Sie vergleicht den Islamismus mit einem „Krebsgeschwür“, das die Demokratie schleichend vernichte, wenn es nicht entschlossen bekämpft werde.
Die Aktivistin fordert von Deutschland und Europa ein Ende der staatlichen Finanzierung islamistischer Vereine sowie einen klaren Stopp von Symbolpolitik: „Blumen, Fahnen auf Halbmast und Verurteilungen werden keinen Terroristen stoppen. Nur echtes Handeln hat Konsequenzen.“
„Allahu Akbar klingt nach Hinrichtung“
Begleitet wurde Alinejad von der 27-jährigen Iranerin Kosar Eftekhari, die bei Demonstrationen gegen die iranischen Revolutionsgarden durch einen Schuss ihr rechtes Auge verlor und heute in Berlin lebt. Eftekhari schilderte die traumatische Wirkung islamistischer Parolen: Noch heute zucke sie zusammen, wenn sie den Ruf „Allahu Akbar“ höre – für sie klinge dieser Ruf nach Hinrichtung.
Fassungslos zeigten sich beide Frauen über Beobachtungen in Deutschland: Menschen, die nie unter dem Mullah-Regime gelitten hätten, demonstrierten in Berlin mit Flaggen und Parolen eben dieses Terrorregimes. Zudem verharmlosten Teile der westlichen Gesellschaft Bewegungen, unter deren Herrschaft sie in deren Ursprungsländern verfolgt oder hingerichtet würden.
Alinejad kritisierte zudem das Ausbleiben deutlicher Reaktionen aus den Reihen der etablierten Verbände: Die muslimische Minderheit genieße in Deutschland alle Freiheiten, Schutz und Rechte. Umso unverständlicher sei es, dass nach islamistischen Anschlägen kaum vernehmbarer Protest aus den muslimischen Gemeinden auf die Straße getragen werde.
Forderung nach juristischen Konsequenzen und Ideologiestopp
Scharfe Kritik übte Alinejad daran, dass Gefährder oder Täter mitunter auf Bewährung belassen oder zu milde behandelt würden. Islamistische Netzwerke nutzten diese Freiräume gezielt aus, um Jugendliche erneut zu radikalisieren und einzusetzen. Es brauche angepasste Gesetze, die diese Strategien erkennen, sowie den strikten Entzug jeglicher Steuergelder für Strukturen, die Radikalisierung begünstigen oder Islamismus verharmlosen.
Masih Alinejad gehört zu den prominentesten Stimmen gegen das iranische Regime. Im November wird die Journalistin, der auf Instagram rund 8,5 Millionen Menschen folgen, im Rahmen des „Women Liberty Congress“ im Deutschen Bundestag erwartet.
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