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vor 4 Stunden in Kommentar, 3 Lesermeinungen
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Gedanken aus dem Auenland von Nikolaus Lobkowicz
Prag (kath.net)
Als die allermeisten „Mainstream Medien” brav das von der sogenannten Weltgesundheitsorganisation komponierte und von den allermeisten Regierungen der Welt angeordnete Lied von der schlimmsten Pandemie aller Zeiten mitsangen, da gab es vor allem einen Mann, der durch sein kritisches Hinterfragen der stupiden Gleichschaltung all jenen eine Stimme gab, die dem global gleichgeschalteten Autoritarismus mit fassungslosem Entsetzen zusahen. Eine ansprechende Mischung aus jungenhaftem Charme, beissendem Humor und politisch oft äusserst inkorrekter Klarheit hatte Tucker Carlson schon vor „der Pandemie” zum grössten Star bei Fox News gemacht – und zu einem der wichtigsten Sprachrohre des konservativen Amerikas. Seine unangepasste Haltung während „der Pandemie” machte ihn weit über die USA hinaus zu einem medialen Phänomen, und zwar vor allem innerhalb der nicht gerade homogenen Gruppe jener, die weltweit als Verschwörungstheoretiker verunglimpft wurden. Carlson hatte eine beachtliche Wandlung hinter sich: Nicht nur war er dem Alkoholismus entkommen; vor allem hatte er aufgrund seiner Erlebnisse während des Irakkriegs eine starke Abneigung gegen eine gewisse, als „Neo-Con” bezeichnete Form der US-Aussenpolitik entwickelt. Kurz nachdem die Ukraine von Herrn Putins Armee überfallen worden war, begann Carlson sich äusserst kritisch über den (jüdischen) ukrainischen Präsidenten zu äussern und prangerte dessen Führung sowie die Korruption in der Ukraine an.
Gleichzeitig gewährte er Herrn Putin ein ausführliches Interview und rechtfertigte wiederholt Russlands Aggression gegen die Ukraine. Der Krieg in der Ukraine hatte die instabile Allianz der „Corona-Gegner” in sich gespalten – in diejenigen, die Russlands Aggression rundheraus ablehnten, und diejenigen, denen dieser Krieg seit seinem Beginn als Projektionsfläche für alle möglichen (gar nicht ausschliesslich falschen) Befürchtungen dient.
Dann kam der 7. Oktober 2023. Carlson, der seit seinem Rauswurf von Fox News selbstständig einen nach wie vor enorm erfolgreichen Podcast aufgebaut hatte, stand sehr bald auf der Seite derer, die Israels Reaktion auf Hamas’ Grauen als „Aggression gegen unschuldige Palästinenser” einstuften und sich zunehmend schärfer gegen Unterstützer Israels im US-amerikanischen politischen Establishment äusserten, denen er im Grunde vorwirft, Teil eines „zionistischen Netzwerkes” zu sein. Andeutungsweise lässt Carlson immer wieder durchblicken, dass er besagtes „Netzwerk” auch für den Mord an Charlie Kirk verantwortlich macht. In einer seiner Podcast-Folgen interviewte er einen Pseudohistoriker (Darryl Cooper), der nicht nur behauptete, Churchill sei der wahre Hauptbösewicht während des Zweiten Weltkriegs gewesen, sondern auch den Holocaust als ein von der Geschichte missverstandenes, notwendiges Übel darstellte – Behauptungen, die Carlson dem von ihm als „größten Historiker Amerikas” vorgestellten Gast unangefochten durchgehen liess. Kritik an seiner einseitig (also im Sinne seiner eigenen Überzeugungen) unkritischen Gesprächsleitung perlt an ihm ab; Carlson sagt, er sei nur dazu da, seine Gäste reden zu lassen, nicht, sie mit schwierigen Fragen ins Schwitzen zu bringen. Was seinen Interviewstil mit Alexander Dugin, Vladimir Putin und dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian auch zutreffend beschreibt, jedoch keineswegs erklärt, warum er z. B. mit Senator Ted Cruz umging, als handele es sich um einen ausgewiesenen Bösewicht. Offensichtlich gibt es da einen Doppelstandard.
Carlson, der öffentlich erzählt hat, wie er mal nächtens körperlich von einem Dämon angegriffen worden sei, reagiert mit seinem Markenzeichen, wenn er des Antisemitismus bezichtigt wird – er lacht schrill und wirft dabei den Kopf mit dem bubenhaft halb gekämmten Schopf in den Nacken. Dieses „Tucker-Lachen” war eines der Lieblingsthemen der ihn einst hassenden Linken und Gegenstand zahlloser (manchmal sehr witziger) Memes. Seitdem Carlson jedoch begonnen hat, seinen massiven Einfluss geltend zu machen, um gegen Israel und „das zionistische Netzwerk” zu agitieren, ist die Kritik gegen Carlson aus der linken Ecke auffällig leiser geworden. Der Feind meines Feindes?
Carlson ist deswegen eine relevante Figur, weil es ohne weiteres möglich wäre, dass er sich zur Galionsfigur einer womöglich bald entstehenden neuen US-Partei machen lässt. So eine Neugründung hätte das Potenzial, sowohl Trumps MAGA-Bewegung zu spalten als auch unzufriedene Demokraten anzulocken – was der sogenannten Tea-Party-Bewegung aufgrund ihrer deklariert konservativen inneren Ausrichtung nie gelungen wäre. Carlson, der sich regelmässig als Christ bezeichnet, hätte das Potenzial, ein extrem erfolgreicher politischer Demagoge zu werden. Einer, der – genau wie viele andere sich selbst als Christen bezeichnende Demagogen im Laufe der Geschichte – eine der vielen Versionen der „zionistischen Weltverschwörung” für seine politischen Ambitionen nutzt. Besonders solche Menschen, die den vermeintlich primitiven Trump widerlich zu finden für ein Zeichen gelungener Erziehung halten, sind besonders gefährdet, dem gewandten Carlson auf den Leim zu gehen. Und von dieser Sorte soll es ja einige geben, nicht nur in den USA. Trump mag viele Fehler haben, aber Misstrauen oder gar Aversion gegen „die Juden” gehört sicher nicht dazu. Bei Tucker Carlson bin ich trotz seiner sympathischen Art mehr als skeptisch, ob seine wiederholten Beteuerungen, er sei doch kein Antisemit, nur weil er Israel kritisiere, wahr sind. Und eine potenziell neu entstehende Partei in den USA, die im Kern von diesem geistigen Virus befallen ist, wäre „bad news”. Nicht nur für Israel.
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Rolando vor 2 Stunden: Man muß IMMER zwei Seiten hören
Das gilt in der Kirche, in der Politik, in der sog. Pandemie usw, auch im Russ. Ukr. u. Irankrieg.
Es ist nicht alles so, wie es medial dargestellt wird, man muß das ganze Medienumfeld einbeziehen, auch die alternativen Medien, auch die sog. Schwurbler, sie hatten meist recht.
Im 2WK war nur der Staatsfunk erlaubt, mein Opa hörte Radio England, mein Vater hatte einen Einrufungsbefehl mit 14 Jahren, aufgrund des Hörens von Radio England wusse mein Opa, das der Krieg entgegen des Reichsfunks bald aus ist, mein Vater befolgte den Befehl nicht, er lebte noch lang, die, die dem Befehl folgten kamen nicht mehr zurück.
Mein Vater sagte immer, "man kann vom Dümmsten war lernen".
8994 vor 3 Stunden: ...
Interessanterweise gibt es deutliche personelle Überschneidungen bei Fans der Piusbruderschaft, den Quer"denkern" während der Pandemie und Antisemiten: alle meinen Sie, eine konvertierte Aktion zu erkennen, sind unfähig zum Gehorsam ggü. fachlichen Autoritäten und halten sich selbst für ganz große Selberdenker.
Selbstverständlich gab es während der Pandemie Übertreibungen (Kinder hätten schon viel früher in Schule/Kindergarten zurückkönnen), aber es gab keine Verschwörung.
Selbstverständlich gibt es Fehlentwicklungen in Israel, aber keine konvertierte Verschwörung des Weltjudentums.
Selbstverständlich gibt es Fehlentwicklungen in der Kirche, aber keine konzertierte "Infiltration" Roms, die nur von sakramentensimulierenden Protestanten aus Gebirgstälern korrigiert werden kann.
girsberg74 vor 3 Stunden: Ein sehr interessanter Beitrag !
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