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Wer ist der Mann auf dem Tuch?

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Ausstellung zum Turiner Grabtuch in Heroldsbach eröffnet. Von Vianney Verena Fabekovec


Heroldsbach (kath.net) Wer ist der Mann auf dem Tuch? Unter diesem Titel gastiert die Grabtuchausstellung des Malteserordens seit 2013 im deutschsprachigen Raum. Geboren wurde die Idee dazu auf einer Pilgerreise der Malteser nach Jerusalem. Hier bot sich die Möglichkeit, dem zweiten Charisma des Ordens, neben der Fürsorge für die Kranken eben die Vermittlung des Glaubens, gerecht zu werden. Kaum ein Weg führt so direkt zu Christus wie der durch die Frage nach seinem Abbild, nach den Spuren seines Leidens und seiner Auferstehung, als welche das Grabtuch so vielen Christen gilt. So kontaktierte man internationale Experten, allen voran den deutschen Historiker und Reliquien-Fachmann Michael Hesemann, der gerne bereit war, seine Erkenntnisse und sein umfangreiches Bildarchiv in das Ausstellungsprojekt einzubringen. Bis heute hat die Ausstellung einige hunderttausend Besucher fasziniert, nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch in Argentinien und Kasachstan. Seit dem 20. September und bis zum 1. November ist sie in der Gebetsstätte Heroldsbach bei Forchheim in Oberfranken zu sehen. 

Die Ausstellung umfasst 25 Informationsstelen und sieben Vitrinen. Herzstück ist eine originalgetreue Kopie des geheimnisvollen Tuches. Die verschiedenen Ausstellungsstücke und Schautafeln laden den Betrachter zu einer Spurensuche ein, sie stellt wissenschaftliche und theologische Forschungen zu dem 4,40 Meter langen und 1,13 Meter breiten Leinen vor. Unter anderem sind eine originalgetreue Kopie der Dornenkrone, der Geißeln, der Nägel und der Lanze sowie eine plastische Darstellung des „Mannes auf dem Tuch“ in Lebensgröße zu sehen. Neben den Texten auf den Schautafeln lassen sich weitere Informationen, Audio und Videomaterial per QR Code abrufen.


Wer ist der Mann auf dem Tuch? Bei der feierlichen Eröffnung der Ausstellung führte der Rektor der Gebetsstätte, der Augustiner-Chorherr P. Markus Johannes Straubhaar CRVC, in seiner Predigt in diese Frage ein.

Nirgends, so P. Markus, sind die Spuren des kostbaren Blutes so sehr eingeschrieben, wie in das Grabtuch von Turin. Die stummen Zeugen des Leidens Christi sind Zeugen des Kreuzes, das letztendlich die Antwort auf alle Fragen der Welt in sich vereint. Sie sind Zeugen der unendlichen Liebe Gottes zu uns Menschen.

Eine der Kuratorinnen, Sophie zu Löwenstein, übergab die Ausstellung im Anschluss mit einführenden Worten an die Gebetsstätte. P. Markus segnete die einzelnen Objekte, bevor er mit einer Reliquie des Grabtuches, die für die Zeit der Ausstellung von Michael Hesemann der Gebetsstätte zur Verfügung gestellt wurde, den feierlichen Schlusssegen spendete.

Wer ist der Mann auf dem Tuch? Den Eröffnungsvortrag hielt Hesemann, der wohl führende Experte für das Turiner Grabtuch im deutschsprachigen Raum, der, wie gesagt, auch an der Konzipierung der Ausstellung maßgeblich beteiligt war. In seinem faszinierenden Vortrag näherte er sich dieser Frage sowohl historisch, naturwissenschaftlich, biologisch, forensisch, physikalisch, wie auch theologisch. Nach ausführlicher Analyse und Beschäftigung mit all diesen Aspekten kommt Hesemann zu der einzig möglichen Antwort auf diese Frage: Der Mann auf dem Tuch ist Jesus Christus!

Der Körper, der sich im Moment der Auferstehung durch ein solch gewaltiges Licht gleichsam in das Gewebe „eingebrannt“ hat; zeigt alle Spuren von dem, was sowohl historisch wie aus den Evangelium über das Leiden und Sterben Jesu Christi überliefert ist. Alle Untersuchungen von Gewebe, Pollen, Blut und Wasserspuren auf dem Tuch lassen nur diesen einen einzigen Schluss zu. 

Der verstorbene Bestsellerautor Paul Badde bemerkte einmal, dass die statistische Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer Mensch (zu genau dieser Zeit, an genau diesem Ort) genau diese Leiden erlebt habe, wohl gegen Null gehe.

Das Turiner Grabtuch ist wohl das am gründlichsten erforschten historische Relikt überhaupt. Auch wenn alles darauf hindeutet, dass es sich hierbei wahrhaft um das Abbild Jesu Christi handelt, dass dieses Tuch, konkreter und anschaulicher als selbst die Evangelien die Geschichte von Leiden, Tod und Auferstehung des Herrn erzählt, so ist es doch in erster Linie eine Einladung.

Schauend und betend mit dem Herzen davor zu verweilen und immer tiefer in dieses Mysterium einzutauchen, das gipfelt in den Worten des Johannesevangeliums 3,16: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“

Wer ist der Mann auf dem Tuch?
Im Rahmen der Ausstellung finden an der Gebetsstätte Vorträge von renommierten Referenten statt, die sich tiefer und von jeweils verschiedenen Perspektiven mit dieser Frage auseinandersetzen:
Sonntag, 27.09.2026 | 16:30 Uhr Prof. em. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkowitz: „Verzeihung des Unverzeihlichen. Ausflüge in Landschaften der Schuld und der Vergebung“ 
Samstag, 10.10.2026 | 16:30 Uhr Prof. Giulio Fanti: „Das Heilige Grabtuch: ein Geheimnis, das die Wissenschaft herausfordert“ 
Sonntag, 11.10.2026 | 16:30 Uhr Prof. Giulio Fanti: „Das Heilige Grabtuch: Geheimnis von Kreuz und Licht“
Sonntag, 25.10.2026 | 16:30 Uhr Sr. Petra-Maria Steiner (Vita Communis Waiblingen): „Die drei Tücher vom Grab: Oviedo, Turin, Manoppello“ 
Sonntag, 1.11.2026 | 11 Uhr Pontifikalamt mit Erzbischof Herwig Gössl zum Abschluss der Ausstellung
 
Foto: Christus-Korpus nach dem Grabtuch in der Heroldsbacher Ausstellung © Michael Hesemann

 


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