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vor 15 Stunden in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Patriarchalvikar Zelazko: Wunden nicht vergessen, aber verhindern, dass sie die Zukunft bestimmen - Hoffnung auf Frieden durch Begegnung und kleine Gemeinschaften.
Jerusalem (kath.net/ KAP)
Drei Jahre nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat das St.-James-Vikariat, das die hebräischsprachigen katholischen Gemeinden in Israel begleitet, zu Versöhnung und zum Aufbau einer Gesellschaft ohne Hass aufgerufen. In einer am Jahrestag veröffentlichten Betrachtung betonte Patriarchalvikar Piotr Zelazko die anhaltenden Folgen des Angriffs und die Bedeutung von Begegnung und Frieden.
Der Jahrestag sei weiterhin von Schmerz geprägt, schrieb Zelazko. Er erinnere sich an zahlreiche Beerdigungen, an die Stimmen der Opfer und die Schreie ihrer Angehörigen. Zugleich stelle sich drei Jahre nach dem Angriff nicht nur die Frage, was geschehen sei, sondern auch, wie die Betroffenen mit dem Erlebten umgehen wollten. Leid könne Menschen "entweder verhärten oder uns innerlich reifen lassen".
Im Zentrum seiner Überlegungen steht die Frage nach einer Gesellschaft ohne Hass. "Versöhnung bedeutet nicht, die Wunden zu vergessen. Sie bedeutet, sich zu weigern, diese Wunden die Zukunft bestimmen zu lassen", schrieb der Patriarchalvikar. Die gemeinsame Geschichte könne nicht verändert werden: "Wir können unsere Geschichte nicht wählen, aber gemeinsam können wir wählen, was sie in uns hervorbringt."
Besondere Hoffnung setzt Zelazko auf kleine Gemeinschaften. Sie könnten zeigen, dass Menschen miteinander verbunden sein könnten, "ohne sich gegenseitig aufzugeben". Für das St.-James-Vikariat liege darin eine besondere Möglichkeit, eine christliche Botschaft sichtbar zu machen: "Frieden beginnt in dem Moment, in dem der Schmerz nicht mehr das letzte Wort hat."
Zelazko zeigte sich überzeugt, dass auch angesichts von Schmerz und Angst eine Sprache der Begegnung und des Friedens möglich sei. Jede Begegnung und jede Geste der Freundschaft könne zu einem Zeichen der Hoffnung werden. "Unsere Berufung besteht nicht nur darin, für den Frieden zu beten, sondern auch darin, zu Friedensstiftern zu werden: in einer Begegnung nach der anderen."
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Foto: Archiv
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Xaverflo vor 13 Stunden:
Der Deutsche Verein vom Heiligen Lande (DVHL) hatte im Herbst 2017 ein ganzes Heft seines Vereinsmagazins dem Thema "Versöhnung" gewidmet. In den Texten finden sich dieselben Argumente wie hier oben im Beitrag.
Ich als Naturwissenschaftler bin der Meinung, daß Texte, die Wahres über den Nahostkonflikt enthalten, auch nach dem 7. Oktober 2023 für das Ohr "schmerzlos" lesbar sein sollten. Deswegen lese ich diese Texte nochmals und stoße auf Aussagen wie folgende:
"Zu alledem freilich bedarf es eines Exodus: eines Auszugs nämlich aus vertrauten Gewissheiten und Sicherheiten. Es bedarf eines Wagnisses, sich verwundbar zu machen, verwundbar duch den Anderen, durch seine Erinnerungen und Ansprüche." (Dirk Ansorge, 'Trennungen überwinden' DVHL-Magazin, Oktober 2017)
Solche Sätze lassen mich zweifeln, ob wir als Christen wirklich gute Ratgeber sind, zumal wir selbst nicht gerade die Friedlichsten sind, und wir in unserer Lernkurve eher hinterher zu hinken scheinen.
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