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vor 17 Stunden in Weltkirche, 11 Lesermeinungen
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Allgemeine Krise und Generationsbruch: Schwund überkommener Glaubensüberzeugungen ist laut Glaubensbehörde nicht nur im reichen Westen ein Problem
Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der Vatikan sieht die katholische Kirche vor einem Abbruch der Glaubensweitergabe. In einem am Donnerstag veröffentlichten Arbeitspapier drängt er die Bischöfe weltweit, sich der Herausforderung zu stellen und neue Vermittlungsformen zu suchen. Als Faktoren für den "Epochenwandel" nennt das 88-seitige Schreiben der Glaubensbehörde neben weitreichender Enttäuschung, Individualismus und Säkularisierung auch veränderte Beziehungen in einer digitalisierten Welt.
Auf den Glaubwürdigkeitsverlust der Kirche infolge von Missbrauchsskandalen geht die Veröffentlichung nicht ein. Im Vorfeld des Schreibens mit dem Titel "Kommt zu mir. Überlegungen zur Weitergabe des Glaubens im Wandel der Zeit" hatte der Vatikan die über 110 Bischofskonferenzen weltweit um Stellungnahmen gebeten. Etwa ein Drittel schickte den Angaben zufolge keine Rückmeldungen.
Im Mittelpunkt der Problemskizze steht die Frage, wie man heutigen Menschen eine Glaubensbeziehung zu Jesus Christus ermöglichen könne, noch vor einer Vermittlung spezifischer Lehrinhalte. Zwar stelle die Familie den "ersten und wesentlichen Ort der Weitergabe des Glaubens" dar, heißt es. Allerdings sei diese Grundlage "in vielen Teilen der Welt weggebrochen", vor allem in Ländern mit alter christlicher Tradition.
"Generationsbruch"
Das Schreiben konstatiert einen "Generationsbruch". Viele Getaufte kämen nur noch bei Feiern wie Hochzeiten oder Beerdigungen mit der Kirche in Berührung. Zudem täten viele sich schwer, "die Sprache der Kirche zu verstehen". Weitere Schwierigkeiten seien bedingt durch "Formen existenzieller Armut", durch eine soziale Fragmentierung in Städten oder durch die Lage im ländlichen Raum.
Mit Bezug auf einzelne Weltregionen verweist der Text auch etwa auf einen Traditionsbruch im ehemaligen Ostblock, ein verändertes Familienbild in Ländern Lateinamerikas und Asiens sowie auf die Konkurrenz durch neue Religionsgemeinschaften in Afrika.
Privatisierung von Religion
Wenn es um die zunehmende Trennung zwischen Individuum und Gemeinschaft geht, wird auf die Einsendung der österreichischen Bischöfe verwiesen, die auf eine fortschreitende Privatisierung der Religion hingewiesen hatten; dies gehe mit einer Tendenz einher, sie aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen. Christliche Erfahrungen könnten jedoch nicht gleichsam im Herzen begraben werden, ohne Auswirkungen auf die Wirklichkeit von Welt und Gesellschaft zu haben, liest man dazu.
Die Kirche müsse "synodaler und missionarischer" werden, wird in dem Dokument gefordert. Dabei gelte es vor allem, Begabungen unter den Gläubigen zu fördern. In dem Zusammenhang spricht das Schreiben von einer "Notwendigkeit, den Raum für die Mitwirkung von Frauen in der Leitung kirchlicher Prozesse zu erweitern". Einen größeren Schwerpunkt räumt die Glaubensbehörde der Predigt in Gottesdiensten ein, ohne dabei auf die Frage der entsprechenden Fähigkeiten von Klerikern einzugehen.
Die "Überlegungen zur Weitergabe des Glaubens" sollen nach dem Willen des Leiters der Glaubensbehörde, Kardinal Víctor Manuel Fernández, in den einzelnen Diözesen erörtert werden. Für eine weitere inhaltliche Vertiefung sei zudem die Kurienbehörde für Neuevangelisierung zuständig, die von Erzbischof Rino Fisichella geleitet wird. Außerdem soll sich die neu besetzte Internationale Theologische Kommission in den kommenden Jahren kulturellen Formen der Glaubensvermittlung widmen.
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gebsy vor 23 Minuten: Laienapostolat
Ist es möglich, dass durch Zeugen das Laienapostolat eine neue Blüte erfährt?
Es braucht keine Büttenreden, sondern Zeugnisse von der helfenden Liebe Gottes ...
bücherwurm vor 32 Minuten: @Stephaninus: Zum Wallner-Vortrag:
kath.net lesen und gerne auch zitieren :)
Stephaninus vor 41 Minuten: Warum so negativ
Ich kann die negativen Kommentare hier nicht ganz nachvollziehen. Ich finde es gut, dass der Vatikan die kritische Lage beim Namen nennt und sich keine rosa Brille aufsetzt (vgl. jüngsten Vortrag von Pater Wallner im Wiener Rathaus, siehe youtube). Auch halte ich die Analyse, dass die Weitergabe nicht nur im (noch) reichen Westen gefährdet ist, für zutreffen.
Wenn wir die junge Generation erreichen möchte, muss die Kirche u.a. die Kanäle und Formen, in den sich die Jugendkultur abspielt, kennen und professionell nutzen. Darin kann ich nichts Negatives finden. Die Kirche war über Jahrhunderte geradezu Speerspitze des kommunikativen Fortschritts. Das scheinen wir etwas vergessen zu haben.
Cejazar vor 1 Stunden: Lex orandi, lex credendi
M. E. ist die Liturgie das Konzentrat unseres Glaubensschatzes. Hier wird der Glaube in Handeln übersetzt.
Wenn ich zu dem Ergebnis komme, dass in der Kirche ein Traditionsbruch vorliegt, muss ich auch Ursachenforschung betreiben. Und ich wage die These, dass auch die aktuelle Liturgie sowie die Umsetzung der Liturgiereform nach dem 2. Vatikanum ihr Scherflein zu dieser Misere beigetragen hat.
Aus diesem Grund ist es mir völlig unverständlich, warum man in Rom eisern an Traditiones Custodes und der absoluten Verteufelung der tridentinischen Messe festhält und den Ansatz von Papst Benedikt von einer gegenseitigen Befruchtung der Riten nicht weiterverfolgt.
Versusdeum vor 2 Stunden: Wieso neue Formen?
Früher gab es Vorträge, Katechesen und z.B. "Missionen" in den Pfarreien, bei denen externe Priester den Glauben verkündeten. Heute sind die Predigten (und erst recht die Fürbitten!) oft so weichgespült, politisch oder gar häretisch, dass man davonlaufen und eine katholische Hl. Messe suchen möchte. In D ist so vieles bereits so "anderekirchlich" oder "N"GO, dass man vermutlich nur noch alle Strukturen auflösen und neu aufbauen könnte. Doch wer sollte das tun können?
Rolando vor 2 Stunden: Was ist zu tun?
Beten um Sündenerkenntnis, um Sündenbewusstsein. wahre Reue und Umkehr.
Hl. Beichte, kein Bußgottesdienst, höchstens, wenn er beichtvorbereitend ist, aber dann Einzelbeichte.
Hl. Meßopfer, kein Wortgottesdienst, außer im Notfall, wenns wirklich nicht anders geht, auch Opfer auf sich nehmen, wir es auch der Herr tat, wie sieht dann die Relation zum evtl. weiteren Weg zur Hl. Messe aus? Es werden Hl. Messen gestrichen, dafür Wortgottesdienste gehalten, ginge man da nicht aus Bequemlichkeit hin, wären sie nicht.
Rosenkranz täglich, Hl. Schrift täglich, Fasten wer kann.
Das Bewährte leben ist besser als Neues auszubrobieren, man sieht es mittlerweile deutlich genug.
Jothekieker vor 3 Stunden: Das Wort "Traditionsbruch" ist mißverständlich
Gemeint ist offenbar, daß die Kette der Weitergabe des Glaubens (Tradition) zu reißen droht.
ecclesiam vor 11 Stunden: Umbau der Kirche
Unter dem Deckmantel der Glaubensvermittlung wird die katholische Glaubenslehre nun offiziell und systematisch von der Glaubensbehörde relativiert.
Mit dem Stichwort "kulturellen Formen der Glaubensvermittlung" werden Riten und Lehre regionalisiert. Und das war es dann mit der einen, universalen katholischen Kirche.
Gibt es dann noch die Wahrheit? Die Protagonisten fragen sich wohl: Was ist Wahrheit? (Joh 18,38)
Jedoch: Der Mensch denkt und Gott lenkt. Mal sehen, ob es so weit kommt. Zerstörerisch für das Seelenheil vieler wird das Vorhaben jedoch trotzdem werden.
Cosmas vor 12 Stunden: Glaubt wirklich jemand, dass Fernandez ein Custos traditionis ist?
Oder: ... wenn der Bock zum Gärtner wird....
Stefan Fleischer vor 13 Stunden: Eine Selbsbedienungs Religion
«eine Glaubensbeziehung zu Jesus Christus ermöglichen können, noch vor einer Vermittlung spezifischer Lehrinhalte,» ist ein gefährlicher Weg. Wir müssen wieder den katholischen, allumfassenden Weg wählen. Wir müssen wieder eine bewusst trinitarische Religion verkünden. Die Reduktion auf den einen oder anderen Aspekt unseres Glaubens, sei es Jesus ohne Christus, sei es eine Liebe ohne Gerechigkeit, sei es Barmherzigkeit ohne Gottes Gerechtigkeit. Ein Christentum ohne das Kreuz ist nicht glaubwürdig. Wir brauchen wieder eine wahre Gottes-UND Nächseniebe, und zwar die Liebe zu diesem dreifaltig einen Gott, wie eine echte Nächstenliebe, jene Nächstenliebe, in welcher Gott, der ganze Gott, im Zentrum steht, nicht der Mensch, in welcher das ewige Heil den Vorrang vor dem irischen hat.
Psalm1 vor 14 Stunden: Nichts neues aus Rom
"In dem Zusammenhang spricht das Schreiben von einer "Notwendigkeit, den Raum für die Mitwirkung von Frauen in der Leitung kirchlicher Prozesse zu erweitern". "
Bei "kirchlichen Prozessen" ist es nicht so entscheidend, ob sie von Männern oder Frauen geleitet werden. Entscheidend ist, ob sie sinnvoll sind. Und das sind sie oft nicht.
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