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Allerheiligen oder Heilige für alle?

vor 3 Stunden in Spirituelles, keine Lesermeinung
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„Der große protestantische Heiligenkenner Walter Nigg stellte in seinem Werk ‚Heilige im Alltag‘ einst fest: ‚Was Glaube wirklich bedeutet, das lernt man bei den Heiligen.‘“ Gastbeitrag von Sylvia Sobel


Berlin (kath.net) Denken wir über diesen Begriff einmal in Ruhe nach, können wir es auch so verstehen, dass die Heiligen zu allen Zeiten und für alle Gläubigen etwas zu sagen haben. Der Monat Oktober beispielsweise beschert uns einige Heilige, die allseits bekannt und beliebt sind, wie die kleine Thérèse von Lisieux, die den kleinen Weg der Liebe und Demut hinterließ oder der heilige Franz von Assisi, der das Hohelied der gesamten Schöpfung ausrief, aufgrund seiner tiefen Liebe zum Schöpfer aller Dinge.

Es gibt indes auch die nicht kanonisierten Heiligen des Alltags, die unerkannt und voller Liebe für Gott und den Nächsten ihren Dienst auf Erden versehen, in Beruf und Familie. Sie suchen weder Öffentlichkeit, noch Ruhm und Anerkennung. Die Erkenntnis ihrer Gotteskindschaft und ihrer Erlösung sind ihre Triebfeder, ähnlich der kleinen Thérèse, die lieben wollte, weil sie sich zuerst und unendlich von Gott geliebt wusste. Auch die tatkräftige Gründerin der Dernbacher Schwestern, Maria Katharina Kasper aus dem Westerwald, heiliggesprochen im Oktober 2018, die sich im 19. Jahrhundert leidenschaftlich für die Ausbildung armer junger Frauen und die Kranken – und Altenpflege engagierte, verdient unsere Beachtung.


Der große protestantische Heiligenkenner Walter Nigg stellte in seinem Werk ‚Heilige im Alltag‘ einst fest: ‚Was Glaube wirklich bedeutet, das lernt man bei den Heiligen.‘

Im vergangenen Jahr wurden mit Pier Giorgio Frassati und Carlo Acutis zwei junge Männer heiliggesprochen, die sich selbstlos um Arme und Ausgegrenzte kümmerten. Carlo Acutis sammelte ferner eine beachtliche Zusammenstellung von eucharistischen Wundern, die in zahlreichen Ländern noch immer ausgestellt werden und rege Beachtung finden. Zur Zeit gastiert diese bemerkenswerte Ausstellung im Rheingau. Wir erkennen hier: Heiligkeit kennt keine Altersgrenze. Darüber hinaus gibt es auch heiligmäßige Menschen, wie die ehrwürdige Dienerin Gottes Benoîte Rencurel aus den französischen Alpen, die als junge Hirtin aus armen Verhältnissen im 17. Jahrhundert nach zahlreichen Erscheinungen der Gottesmutter die Menschen zu Umkehr und Rückkehr zum Glauben bewegen konnte. Ein Marienheiligtum in Notre Dame du Laus, in den südfranzösischen Alpen, zeugt noch immer davon und gerät weiterhin zum Segen für viele Menschen, die den Glauben suchen und praktizieren.

Walter Nigg forderte eindringlich: ‚Das Denken an die Heiligen muss wachgehalten werden, weil sie das Beste sind, was die Kirchengeschichte aufzuweisen hat.‘

Papst Leo XIV. rief Ende September 2026 tief bewegt den jungen Katholiken, die ihn friedlich und begeistert in Frankreich empfingen, Folgendes zu: ‚Ihr seid die Heiligen Frankreichs‘ (Vous êtes les saints de France). Welch ein Ansporn.

Suchen wir doch ‚unseren‘ Heiligen aus dem reichen Repertoire der katholischen Kirche heraus, der uns künftig begleiten und anleiten darf.

kath.net-Buchtipp – Neuerscheinung!
Sylvia Sobel
Die Kirche schafft sich ab: Die Katholische Kirche auf Abwegen
Mit einem Beitrag von Gerhard Kardinal Müller
140 Seiten
2026 GHV
ISBN 9783873368859
Preis Österreich: 18.50 Euro


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