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vor 3 Stunden in Kommentar, 2 Lesermeinungen
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„Catholic Arena“: „Unter dem Beitrag auf Facebook finden sich über 1.000 Kommentare, und in allen wird der ‚Irish Times‘ mitgeteilt, dass man die täglichen Angriffe auf den Katholizismus leid ist“ – Was ist davon zu halten? Von Petra Lorleberg
Dublin (kath.net/pl) „Die Irish Times hat den 3293. Artikel in Folge von jemandem veröffentlicht, der nicht mehr zur Messe geht.“ So kommentiert das englischsprachige Portal „Catholic Arena“ auf seinem X-Auftritt den Beitrag der „Irish Times“ mit dem Titel „Vor 22 Jahren habe ich aufgehört, zur Messe zu gehen. Seitdem bin ich jeden Sonntag dankbar, von dieser Verpflichtung befreit zu sein“ (veröffentlicht am 28.10.2026) von Séamas O'Reilly. In einer weiteren Notiz twittert das Portal: „Unter dem Beitrag auf Facebook finden sich über 1.000 Kommentare – und in allen wird der ‚Irish Times‘ mitgeteilt, dass man die täglichen Angriffe auf den Katholizismus leid ist.“ Was ist davon zu halten?
Der Beitrag selbst beschreibt das langsame Herauswachsen O'Reillys aus den katholischen Gewohnheiten, obwohl er in einer katholischen Familie aufgewachsen war und alles selbstverständlich mitgemacht hatte: „Meine Abkehr von der katholischen Kirche verlief weder laut noch dramatisch; sie war vielmehr die unvermeidliche Konsequenz daraus, dass ich in einigen Punkten nicht mit der katholischen Lehre übereinstimmte – und in anderen Fragen einen tiefen Groll gegen die Kirche hegte. Ironischerweise war es gerade mein vollständiges Aufgehen im katholischen Dogma, das diese Trennung beschleunigte; denn ich sah keine logische Möglichkeit, weiterhin Katholik zu sein, ohne das gesamte Glaubensgebäude zu akzeptieren. Schon eine oberflächliche Beschäftigung mit dem Katholizismus zeigt, dass man sich – per Definition – nicht einfach die Dogmen herauspicken kann, denen man zustimmen möchte.“ Nun - für diese letzten Sätze möchte ich dem renommierten irischen Journalisten und Autor mehrerer Bücher fast schon danken…
Bei der Messfeier zum 35. Todestag seiner Mutter besuchte O'Reilly seine Herkunftsfamilie und dabei auch die Messe – er erlebte, wie überraschend vertraut es ihm weiterhin war, eine katholische Messe mitzufeiern. Man könnte es aber fast schon als humoristisch bezeichnen, dass ausgerechnet auf ihn, der sich dem katholischen Glauben längst entfremdet hat, als „fast schon blasphemisch“ wirkte, als der Priester während der Messe auf seinem Smartphone scrollt. Dann entdeckt er aber, dass der Priester einfach nur die Tageslesungen via Smartphone herausgesucht hat und korrigiert seinen ersten Eindruck.
Was bleibt?
Ein junger Mann war zwar katholisch sozialisiert worden, doch hatte er nie seine persönliche Entscheidung für den christlichen Glauben getroffen. Katholischsein bedeutet eben nicht, nur Akteur katholischer Folklore zu sein, jeder trifft seine Entscheidung, ob er ein vollwertiges Kind Gottes sein möchte, selbst.
Die „Irish Times“ reiht sich klaglos ein in den Mainstream, der international in Medien zu beobachten ist: Man arbeitet sich konsequent an der katholischen Kirche, dem katholischen Glauben und den einzelnen Katholiken ab. Einerseits: dieser Kritik müssen wir uns stellen und einen genauen Blick gerade darauf werfen, wo wir zu Recht kritisiert werden. Andererseits sei aber die Frage erlaubt: könnte es eventuell sein, dass man Fehler Dritter keineswegs derart genau verfolgt und dass Kirchenbashing und Katholikenmobbing fast schon zum Volkssport geworden ist? Wie neulich einmal jemand bemerkte: „Wir wollen alle gegen Diskriminierung sein, aber frei diskriminiert werden dürfen weiterhin Jäger, Raucher, Dickleibige und Katholiken.“ Könnte da ein Körnchen Wahrheit drinstecken?
Das Portal „Catholic Arena“ hatte zurecht auf die Kommentare unter der Facebooknotiz der „Irish Times“ verwiesen, die zu einem überwiegenden Teil dem Artikel kritisch gegenüber stehen. Überlassen wir jenen Menschen das letzte Wort:
- „Wie wäre es mit einem Artikel über Menschen, die ihren Glauben aktiv leben, oder über Menschen, die zur Kirche zurückgefunden haben? Oder ist das zu viel von der ‚Irish Times‘ verlangt?“
- „Ich gehe nicht zur Heiligen Messe, weil es eine Verpflichtung ist. Ich gehe für meinen Herrn und Erlöser Jesus Christus, der für mich am Kreuz gestorben ist.“
- „Hmm, es scheint, dass das atheistische, postmoderne Establishment in Irland genauso ist wie hier in England. Glücklicherweise gehen hier – und, wie ich gehört habe, auch in Frankreich – immer mehr junge Menschen wieder in die Kirche. Die drei Messen am Wochenende in meiner Gemeinde sind jeweils voll (was man von der anglikanischen Kirche gleich die Straße runter, mit ihrer modernen Pfarrerin und ihren ganzen Spielereien, nicht behaupten kann).“
- „Vor zehn Jahren habe ich aufgehört, die ‚Irish Times‘ zu lesen“, schreibt jemand unter Anspielung auf den Titel dieses Beitrages der „Irish Times“.
- Den Nagel auf den Kopf trifft dann aber diese Bemerkung: „Viele Menschen haben aufgehört, die ‚Irish Times‘ zu kaufen. Wie wäre es mit einem ausführlichen Artikel über sie?“
Weitere Kommentare zu diesem diskussionswürdigen Beitrag der Irish Times finden sich hier:
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SarahK vor 21 Minuten: @Hängematte, ja aber wie kam es dazu?
Wir haben für ca 16 Jahre jeden Sommer, manchmal auch im Herbst Bekannte in Irlands Süden besucht. Anfangs ging die “Hausherrin” noch regelmäßig in die Kirche, klagte aber darüber, dass ihre Kinder nicht gingen. Auch sie ging in den folgenden Jahren immer weniger, trotzdem flackerte immer eine Kerze vor dem Herzen Jesu Bild im Wohnzimmer. Meine Sicht ist aus dieser Erfahrung die das Irland (wie eben auch Deutschland) einen Übergang vom religiös geprägten Volkskatholizismus über den kulturellen Katholizismus hin zu einer postreligiösen Gesellschaft erlebt hat. Nur in D hält die Kulturphase aufgrund der Kirchensteuer länger an und in diesem Jahr wollte ich lieber nach Knock und in den Norden Irlands und da erlebten wir noch - oder wieder eine tolle Frömmigkeit (Anbetung, Rosenkranz, jede Hl Messe eine Fürbitte für Berufungen). Beten wir für Irland aber besonders für Deutschland, vielleicht muss die Kirche wirklich erst arm oder verfolgt werden?
Hängematte vor 2 Stunden: Das ist nichts anderes als eine fanatische verbale Kirchenverfolgung.
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