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NGO nach Massaker an Christen in Äthiopien: "Welt darf nicht wegsehen"

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Nach zwei Angriffen mit mindestens 60 Todesopfern fordert österreichische Hilfsorganisation "Christen in Not" wirksamen Schutz für bedrohte christliche Gemeinschaften und eine konsequente Aufklärung der Gewalt


Wien (kath.net/KAP) Die österreichische Hilfsorganisation Christen in Not (CiN) hat sich angesichts der jüngsten Massaker in Äthiopien an Christen zutiefst erschüttert gezeigt und fordert die internationale Staatengemeinschaft zum Handeln auf. "Das Schweigen angesichts solcher Verbrechen ist gefährlich. Wenn die Welt erst hinsieht, wenn die Zahl der Opfer groß genug ist, haben wir unseren moralischen Maßstab längst verloren", so Martin Morawetz, Generalsekretär von Christen in Not, in einer Aussendung.

Mindestens 60 orthodoxe Christen sind nach Angaben der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche bei zwei Angriffen in der äthiopischen Region Oromia getötet worden. Allein am 24. Oktober starben demnach 46 Menschen im Distrikt Shirka, vier Tage zuvor weitere 14 im Distrikt Merti. Mehr als 20 Menschen wurden schwer verletzt, zahlreiche Wohnhäuser niedergebrannt.
Die jüngsten Angriffe ereigneten sich in einer Region, die seit Jahren von bewaffneten Konflikten und ethnischen Spannungen geprägt ist. Die Hintergründe und die Verantwortung für die Taten sind noch nicht abschließend geklärt. Die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche warnt jedoch seit Längerem vor wiederkehrender Gewalt gegen ihre Gläubigen und fordert wirksame staatliche Schutzmaßnahmen.


Bedrohte religiöse Gemeinschaften im Blick behalten

"Menschen werden getötet, Familien auseinandergerissen und ganze Gemeinschaften in Angst versetzt. Es darf keine Rolle spielen, welcher Religion ein Mensch angehört. Jeder hat das Recht, seinen Glauben ohne Angst vor Gewalt und Verfolgung zu leben. Dieses Recht muss gerade dort verteidigt werden, wo es am stärksten bedroht ist", betonte Morawetz. Er forderte die äthiopischen Behörden auf, die Bevölkerung wirksam zu schützen, die jüngsten Gewalttaten unabhängig aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

CiN appellierte zugleich an die internationale Gemeinschaft, die Situation bedrohter religiöser Gemeinschaften nicht aus dem Blick zu verlieren. Die Ereignisse in Äthiopien dürften nicht isoliert gesehen werden, heißt es in der CiN-Aussendung weiter. Auch in Nigeria würden christliche Gemeinschaften unter wiederkehrenden Angriffen und Vertreibung. In Pakistan seien religiöse Minderheiten weiterhin mit Diskriminierung, Übergriffen und dem Missbrauch von Blasphemiegesetzen konfrontiert. CiN unterstütze in beiden Ländern konkrete Hilfsprojekte, darunter die medizinische Versorgung konfliktbetroffener Menschen im nigerianischen Bundesstaat Plateau.

Einsatz für Religionsfreiheit

Das 1980 gegründete ökumenische Hilfswerk CiN bemüht sich in Österreich und international um Bewusstseinsarbeit für das hohe Gut der Religionsfreiheit. In der Projektarbeit konzentriert sich CiN seit jeher auf Afrika, den Nahen Osten und Asien. Seit 2024 ist man zudem in Peru aktiv.

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